Die Akademie 1989-1999

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Das Bild zeigt ein Kunstwerk im Park der Akademie.
Das Boll-Werk von Mo Edoga (© Evangelische Akademie Bad Boll)

1989 

  • 10.-12.11.: Während in Berlin die Mauer fällt und auch in Ungarn, der Tschechoslowakei und Polen gewaltige Umbrüche in Gange sind, diskutieren auf der Tagung "Neue wirtschaftliche Dynamik in Osteuropa" bereits Gäste aus dem Osten die neuen Entwicklungen.

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1990 

  • 29.06-01.07.: Tagung "Markierungen auf dem Weg zu einer gesamtdeutschen Verfassung" mit Manfred Stolpe, Erhard Eppler, Richard Schröder, Wolfgang Schäuble, Hans Modrow, Gerd Poppe, Jürgen Schmude.

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1991

  • Februar: Beginn des Prozesses "Akademie 2000", der den Auftakt zu einer langanhaltenden Phase der Neubestimmung von Aufgaben, Wirkungsmöglichkeiten und Organisationsformen der Akademiearbeit bildet.
  • Es werden ein Organisationsberater engagiert, in einem Hearing die Außenwahrnehmung der Akademie erhoben und Projektgruppen eingesetzt. Auf ihrer Sommerklausur 1993 formulieren die Studienleiterinnen und Studienleiter "Leitsätze für die Arbeit der Evangelischen Akademie Bad Boll".
  • Mai: Die Aufstockung des Bürogebäudes mit einem Giebeldach ist abgeschlossen. In einem weiteren Bauabschnitt wird das Obergeschoss des Westflügels angehoben. Wo früher die Pressestelle beheimatet war, entsteht ein großer Gruppenraum für ca. 60 Personen.

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1993 

  • Sommer: Der Dokumenta-Künstler Prof. Mo Edoga errichtet gegenüber der Villa Vopelius aus Bruchholz das Bad Boll Werk. Eine neben diesem Objekt errichtete "Müll-Ikone", die wegen der Verwendung zahlreicher Toilettenschüsseln vielfach Kritik auslöste, wird nach einem Jahr wieder abgebaut. Das "Bad Boll Werk" muss 1996 entfernt werden, nachdem tragende Balken zu brechen drohten.

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1994

  • April: Wegen rückläufiger Kirchensteuereinnahmen verfügt der Oberkirchenrat eine Kürzung der landeskirchlichen Zuschüsse zum Akademie-Etat um 11,5 Prozent. Die Akademie muss daraufhin 28 Personalstellen abbauen und entschließt sich, den Aufgabenbereich der Regionalbüros in Reutlingen, Ulm, Stuttgart und Heilbronn auf die kirchliche Industrie- und Sozialarbeit einzuschränken.

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1995

  • Januar: Start des Schwerpunkt-Themas "Arbeit und Soziales". Die Überlegung, mit einem Schwerpunkt-Thema an die Öffentlichkeit zu gehen, ist aus der Absicht entstanden, das vielseitige Akademie-Angebot besser zu profilieren und zugleich intern zu einer Projekt-Zusammenarbeit zu kommen.
  • Februar: Im ehemaligen Öllagerraum der Akademie geht das Blockheizkraftwerk mit einer Leistung von 2 x 150 Kilowatt in Betrieb. Damit vermeidet die Akademie CO2-Emissionen von jährlich schätzungsweise 250 bis 300 Tonnen.
  • 29.09.: Die Akademie feiert ihr 50. Jubiläum. Beim Festakt sind u. a. mit dabei:
    - Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog ("Von der Gründung an war das Ziel hier in Bad Boll, Dialoge möglich zu machen." - "Eine evangelische Akademie, so meine ich, bietet mehr ales den sogenannten Meinungsaustausch, den man auch in den Kongressräumen eines modernen Flughafens abhalten kann"),
    - die Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Frau Prof. Dr. Jutta Limbach ("Hier haben - und ich schließe mich nicht aus - Politiker und Experten immer wieder Nachhilfe in Kritik- und Dialogfähigkeit erhalten"),
    - der baden-württembergische Innenminister Frieder Birzele,
    - der Präsident der Arbeitgeberverbände Baden-Württemberg, Dr. Dieter Hundt,
    - der IG-Metallversitzende Klaus Zwickel
    - und der Bischof der Ev. Landeskirche, Eberhardt Renz ("Unsere landeskirchliche Arbeit ist heute ohne den Bereich Akademie gar nicht mehr vorstellbar").
    An den folgenden Tagen gehen die Festlichkeiten weiter mit einem Mitarbeiterfest (u. a. mit einem Vortrag von Prof. Dr. Hans Küng zum Thema "Weltpolitik und Weltethos") und einem Gesprächskonzert mit Chor und Orchester der "Internationalen Bachakademie" unter Leitung von Prof. Helmut Rilling.
  • Dezember: Zusammen mit ihrer südafrikanischen Partnerorganisation DIAKONIA veranstaltet die Akademie die Tagung "Dealing with the Past - Sichtbar machen für die Zukunft". Nur einen Tag nach der offiziellen Bekanntgabe der Mitglieder der Truth-Commission" erläutert der südafrikansiche Justizminister Dullah Omar in Bad Boll die jüngsten Bemühungen, die Gewaltvergangenheit in Südafrika aufzuarbeiten und von der Postapartheid-Gesellschaft in eine demokratische Zukunft zu kommen. Vom Umgang mit der deutschen Vergangenheit berichten ein Vertreter der Gauck-Behörde und der Leiter der Zentralstelle zur Verfolgung nationalsozialistischen Unrechts, Alfred Streim.

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1996

  • März: Zusammen mit ihren Schwester-Akademien nimmt die Evangelische Akademie Bad Boll erstmals an der Leipziger Buchmesse teil.
  • April: Stabwechsel in der Akademie-Leitung: Manfred Fischer geht in den Ruhestand, ihm folgt im Amt des geschäftsführenden Direktors Jo Krummacher.
  • Mai: Eine neue Geschäftsordnung tritt in Kraft. Fortan gibt es keine Referate mehr, sondern Arbeitsbereiche. Auch der Direktionsausschuss, in dem die Tagungsleiterschaft bislang einen institutionellen Beratungskontakt mit der Direktion hatte, fällt weg. Neu ist die periodisch tagende Programmkonferenz. Schrittweise werden außerdem die Instrumene "Analyserunden" und "Zielvereinbarungen" eingeführt.
  • Dezember: Eine Tagung mit Vertretern von 30 Kurden-Verbänden findet vielseitige Beachtung: In einer Erklärung fordern sie Unterricht, Sozialberatung und Radio-Sendungen in kurdischer Sprache sowie erweiterte Möglichkeiten zur Entfaltung ihrer kulturellen Identität.

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1997

  • Mai: Auftakt für das Schwerpunkt-Thema 1997/98 unter dem Motto "Courage für Morgen - Perspektive Zivilgesellschaft". Hauptreferent der Eröffnungstagung ist der amerikanische Politologe Prof. Benjamin Barber.
  • Oktober: Die Akademie startet ins Internet.

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1998

  • 06.-08.02.: Rückblick und Ausblick - Vor genau 30 Jahren kam es in der Akademie zur ersten Begegnung zwischen Rudi Dutsche und Ernst Bloch. Dieses Jubiläum zum Anlass nehmend haben Studienleiter Dr. Helmut Geiger und Akademie-Archivar Armin Roether erneut eingeladen, um die Studentenrevolte von damals und die politische Praxis der Gegenwart zu überdenken.
  • Frühjahr: Mit speziellen Angeboten für Führungspersönlichkeiten will sich die Akademie eine neue Zielgruppe erschließen. Entwickelt und organisiert werden die Veranstaltungen unter dem Titel "Akademie für Führung und Verantwortung" von dem Dreierteam Susanne Meyder-Nolte, Karl Giebeler und Friedemann von Keler.
  • 01.10.: Das Gründungsdatum der Akademie - der Michaelistag im ersten Nachkriegsherbst - inspiriert Direktor Jo Krummacher zu einem neuen Veranstaltungsprojekt. Jeweils Ende September/Anfang Oktober soll es künftig eine Michaelis-Akademie geben, eine Benefizveranstaltung, deren Erträge vor allem zur Finanzierung von Tagungsstipendien gedacht sind. Den Auftakt als Festredner machte Ministerpräsident Erwin Teufel.

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1999

  • März: Die ersten Teilnehmer der Ausbildung zum "Anwalt des Kindes" bekommen ihr Abschlusszertifikat. Studienleiter Dierk Schäfer hat zusammen mit der Esslinger Fachhochschule für Sozialwesen diesen Ausbildungsgang entwickelt.
  • Sommer: Mit dem Programm "Ferienwochen kreativ. Kunst und Erholung für Familien, Erwachsene, Jugendliche und Kinder" und einer Tagung zur totalen Sonnenfinsternis beginnt die Akademie, den Tagungsbetrieb auch in die Ferienzeit auszudehnen. Im Folgejahr gibt es für die Hauswirtschaft schon keine Sommerpause mehr, dafür ein vielfältiges Tagungsprogramm.

(Zusammenstellung: Armin Roether/Uwe Walter)

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