Zurückliegende Ausstellungen

© Fotolia, Dreaming Andy

Im Tagungszentrum der Evangelischen Akademie Bad Boll wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Künstlerinnen und Künstler ausgestellt. Wir zeigen Ihnen hier eine Auswahl der vergangenen Ausstellungen.

Neukonfiguration - Porträts der Reformation

Martin Luther (c) Karl Vollmer

Im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017 präsentiert die Akademie Arbeiten von Karl Vollmer. Seine Porträtköpfe sind Ausdruck einer langjährigen intensiven Auseinandersetzung mit Ikonografie und theologischen Inhalten der Reformationszeit. Zeitgenössische Darstellungen von führenden Vertretern der Reformation erscheinen 'neukonfiguriert', in vielfältiger Variation zwischen 'wörtlicher' Wiedergabe und verfremdender Rezeption. In ästhetischer gewendeter Form dokumentieren diese Zeichnungen damit ein Ringen um Genauigkeit des 'Lesens' ebenso wie um subjektive Aneignung von Geschichtswahrnehmung. Sie konfrontieren die Betrachtenden mit der Vertrautheit reformatorischer Bildprogramme und zugleich mit der Abständigkeit und Fragwürdigkeit einer ferngerückten und weitgehend männlich dominierten Epoche.
Hans-Ulrich Gehring

Ein Statement

Seit früher Jugend waren mir diese Bilder vertraut gewesen: Luther, Melanchthon, der Kaiser, Papst, eingesogen mit dem Katechismus, der sogenannten "Christenlehre", dem Religionsunterricht, dem Brockhaus. Aber je älter ich wurde, umso fremder, eisiger wurden mir die Figuren, verknöchert, erstarrt, wie leblose Mumien der Kunst- und Kulturgeschichte. Ich habe das nicht mehr ertragen wollen und deshalb bin ich mit all den Vorlagen von Dürer, Cranach bis Tizian und unbekannt in den Clinch gegangen.

Als Künstler denke ich zeichnend - zeichne ich denkend, mit Empathie. Vergegenwärtigen heißt nachvollziehen, ausbaden, ausspielen, ausdehnen, überdehnen, überstrapazieren und wieder loslassen. Vielleicht dabei neue Anknüpfungen finden.

Was waren das für Menschen, was haben sie gedacht, wie waren sie geprägt, wie haben sie gehandelt?

Menschen wie du und ich, genauso fremd, mutig, ängstlich, launisch Und doch in einer Zeit, die der meinen so unendlich fern ist.

Der Versuch einer Annäherung an Temperamente, Menschen, Strukturen, Prozesse...

Karl Vollmer

Vernissage: Sonntag, 11. September 2016, 11 Uhr im Café Heuss, Leitung: Hans-Ulrich Gehring

Information und Anmeldung zum Mittagessen: Andrea Titzmann, Tel. 07164 79-307, andrea.titzmann@ev-akademie-boll.de

Dauer der Ausstellung: 11. September bis 31. Oktober 2016

Biographie des Künstlers

1952 geboren in Dürnau

1972-78 Studium an der Universität und Kunst-Akademie Stuttgart

1978-79 Arbeitsstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg.

1995 Gastatelier »Xylon«-Werkstätten Schwetzingen.

2005 Berlin-Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg.

2011 Studienaufenthalt  Stiftung Kartause Ittingen

Mitglied des Künstlerbundes Baden-Württemberg

Diverse Auszeichnungen und Preise

Lebt in Gondelsheim/Baden und Berlin

Religion Today: 50 Fotoarbeiten von Eddy Seesing

Pentecost Revival Reverend Emmanuel Koney Amsterdam (© Eddy Seesing)

"Religion Today" ist eine Zeit-Aufnahme des spirituellen Lebens in Europa. Die fotografischen Porträts des niederländischen Künstlers Eddy Seesing zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Formen religiösen Lebens in der Europäischen Union sind, und sie versuchen, diese Vielfalt unvoreingenommen darzustellen. Das Ausstellungsprojekt ›Religion Today‹ möchte zu einem tieferen Verständnis interreligiöser Dynamiken in der Gesellschaft beitragen. Es will eine breite öffentliche Wahrnehmung und (Wieder)Entdeckung der reichen Vielfalt jener religiöser Aktivitäten und Gruppen anregen, die je auf ihre Weise zur Stärkung des Zusammenlebens und Zusammenhalts sozialer Strukturen in Europa beitragen können.

"Religion Today" besteht aus insgesamt 71 großformatigen Fotoporträts. Mit größtmöglicher Sorgfalt, Behutsamkeit und Respekt sind hier Bildeindrücke von Pastoren, Imamen, Priestern, Rabbis und anderen geistlichen Leitpersonen festgehalten. Sie demonstrieren die große Diversität und Intensität religiöser Gemeinschaften auf unserem Kontinent. Von der gesamten Serie werden in den Räumen der Akademie 50 Aufnahmen gezeigt.

Beispiele für Seesings Arbeiten sind die Porträtserien "Topmanagers" (1994/1995), "Opera Sopranos"(1997/1999) oder "Boughaz" (2001/2003), ein Porträt der Generationenfolge und Geschichten von 24 aus Marokko stammenden und mittlerweile in den Niederlanden lebenden Familien. Drei aufeinander folgende Generationen in den Niederlanden wurden zu verschiedenen Themen befragt: Männer und Frauen der ersten Generation, ihre in Marokko geborenen Kinder und die marokkanischen Kinder, die in den Niederlanden geboren wurden. Gegenwärtig arbeitet Seesing an ›Lobbyists Today‹, eines als Multimedia-Installation geplanten Porträts von 25 Personen, die in politischer Lobbyarbeit engagiert sind, rund um das niederländische Parlament, um die Ministerien in Den Haag und die europäischen Institutionen in Brüssel.

Hans-Ulrich Gehring

Vernissage: Sonntag, 12. Juni 2016, 11 Uhr im Café Heuss, Leitung: Hans-Ulrich Gehring

Information und Anmeldung zum Mittagessen: Andrea Titzmann, Tel. 07164 79-307, andrea.titzmann@ev-akademie-boll.de

Dauer der Ausstellung: 12. Juni bis 4. September 2016

Biografie des Künstlers

 Eddy Seesing, geboren 1964, ist ein audio-visueller Porträtkünstler. Seine Arbeitsweise basiert auf intensiven kulturanthropologischen Studien einer jeweils bestimmten sozialen Gruppierung im Kontext westlicher Gesellschaften. Das daraus resultierende Konzept führt zu einer Serie von Porträtaufnahmen in Form von Foto- und/oder Videoaufnahmen. Aus diesen Serien kreiert Seesing Installations- und Ausstellungsprojekte. Seesing lebt und arbeitet in Rotterdam.

»UND ÜBER MIR IST ES WEIT«, SINNIERT EIN GEGENSTAND VIELLEICHT

© Sam Szembek

Zeichnungen von Sam Szembek

Aus dem zeichnerischen Beobachten heraus entwickelt Sam Szembek ein Bilddenken. Bild meint in diesem Zusammenhang eben gerade nicht die Darstellung von Wirklichkeit, sondern das Abbilden eines Bildes der Möglichkeit nach, aus der Vorstellung. So, wie es sich ergibt, wenn Gesehenes und Beobachtetes  in der Ausdehnung von Erinnerung, Gegenwart und Zukunft sich ereignen. Der Gegenstand wird zur Assoziation.  
Stefan Graupner

Das Atelier in Ebersbach:  ›Mein Lebensraum›, sagt Sam Szembek. Ein ‚riesiges Gehäuse für die Innenwege meines Zeichnens‘. Auf diesem alten Dielenboden findet es statt, jenes Hin- und Herlaufen, hier geschieht es,  jenes ›Setzen von Bildgewichten‹, jenes Intonieren von Linienklang, das diese Zeichnungen bezeugen. Dieses Atelier entpuppt sich als vielfach verschachteltes und wandelbares Raumgefüge. Kammern, Schubfächer und -laden bergen Zeichnungen und Zubehör. Modelle und Teile von Segelfliegern sind zu sehen.  Nicht zufällig eine andere, seinem Zeichnen artverwandte Leidenschaft des Künstlers: Fein austarierte, filigran gebaute Gebilde, die den Luftraum signieren.

Schließlich: Der Zeichen-Raum. Dem ersten Eindruck wie eine Dunkelkammer, mit einer fast sakralen Anmutung. Prozesse des Sich-Sammelns und Gefunden-Werdens, der Gewichtung und des Leichtigkeit-Gewinnens, der Markierung und Lichtung scheinen diesem Ort selbst eingeschrieben.

Sam Szembek zeigt mir einige seiner Arbeiten, aktuelle, ältere. Stellt sie einzeln, hängt sie zu Konstellationen zusammen. Diesem Ort, dem sie entstammen, entnommen für einige Zeit, werden sie die Räumlichkeiten der Akademie Bad Boll bezeichnen.
Hans-Ulrich Gehring 

Aber die Linie selber befreit sich von all dem und flüstert: höre doch auf mein Kratzen, weil ich mich auf dem Papier mühe – oder wie ich glänzend-freudvoll schwinge und tanze. Höre, wie die Zeichenkohle knirschend zerspringt oder fast nur wenigen Staub auf dem Papier hinterläßt. Und höre, daß ich lange zuschaue.

Kraft geschieht.
Eine Hand schreibt, aber die Sprache ist
Denken. 

Sam Szembek

Vernissage: Sonntag, 6. März 2016, 11 Uhr

im Café Heuss, Leitung: Hans-Ulrich Gehring

Information und Anmeldung zum Mittagessen:

Andrea Titzmann, Tel. 07164 79-307

andrea.titzmann@ev-akademie-boll.de

Dauer der Ausstellung: 6. März bis 8. Mai 2016

Biografie des Künstlers

  • 1953 geboren in Memmingen/Iller
  • 1974-76 Studium der Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Stuttgart
  • 1975-81 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Malerei
  • 1981-86 Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg
  • Lebt in Kirchheim/Teck, Atelier in Ebersbach/Fils
  • Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg

Boller Bußtag der Künste

(c) Sr. M. Pietra Löbl

Am 18. November 2015 fand der Boller Bußtag der Künste in Kooperation mit dem Verein für Kirche und Kunst statt. Als Dialograum für Menschen aus Kunst und Kirche fragte er in diesem Jahr nach dem besonderen Verhältnis von Kunst und Religion. Es wurden die Werke der Sießener Franziskanerin Sr. M. Pietra Löbl gezeigt, die Ausstellung war in der Akademie bis zum 24. Januar 2016 zu sehen.

Installation und Fotografie gehören zu den bevorzugten Formaten der Künstlerin. Spuren aus ihrem Alltag als Franziskanerin im Konvent der Mitschwestern fließen in ihre Arbeiten ein – als Bedingungen der Möglichkeit ihrer Kunst überhaupt: Stille, Zeiterfahrung, Veränderung, Reduktion.  An die Vernissage der Ausstellung mit Sr. M. Pietra Löbl schloss sich ein Gespräch mit Prof. Jean-Pierre Wils an. Er hat in dem Buch „Kunst.Religion – Ein prekäres Verhältnis“  seine Position dargelegt, die von Ablösung und Kontinuität zugleich ausgeht.

Otfried Käppeler im Katalog „dazwischen“: „Gerade Sr. Pietras Arbeitsweise der formalen Reduktion, das sich Zurücknehmen, das weitgehende Vermeiden von Effekten, das lieber zu wenig als zu viel, das bis hin zur Leere und Stille führt, all das ist exemplarisch für die These, dass jedwedes Material zunächst zur Form werden muss, bevor es intentional deutbar wird. Das gilt natürlich auch für die Rezeption eines Kunstwerks. … Die Erhebung des Profanen zur Kunst, dieses erstaunliche Transzendieren alltäglicher Praxis, gelingt über die Formerfahrung. Daher gilt: Am Anfang steht die Form!“

Veronika Mertens im Katalog: Christian Landenberger Blickpunkte: Mit Hilfe der Fotografie, dem ‚Zeichnen mit Licht‘, porträtiert die Franziskanerin Sr. M. Pietra Löbl OSF ihre Mitschwestern im Kloster Sießen in der für jede typischen Gebetshaltung. Im Gegensatz zu Landenberger konzentriert sie sich durch bewusst gewählte Bildausschnitte auf die betenden Hände im Schoß der meist sitzenden Schwestern. Dennoch umschließt und modelliert das Licht des umgebenden Innenraums die stille Situation. So vielfältig wie die Äußerungen der Mitschwestern über das Gebet sind ihre Haltungen. Halt suchend, sich öffnend, empfangend, sich nach innen kehrend, in sich und einem Größeren ruhend - stilles, konzentriertes Sein.

Sr. M. Pietra Löbl

1965 geboren in Ulm, 1984-1989 Ausbildung und tätig als Pharmazeutisch - Technische – Assistentin, 1989 Eintritt in die Kongregation der Franziskanerinnen von Sießen, 1993-2000 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren Joachim Hämmerle, Horst Bachmayer, Paul-Uwe Dreyer und Micha Ullman, seit 2000 freischaffende Künstlerin im Kloster Sießen. Sr. M. Pietra Löble hatte seit 1998 zahlreiche Ausstellungen in Kunstvereinen, Galerien und Museen in Baden-Württemberg. 

Prof. Jean-Pierre Wils

1957 geboren in Belgien, studierte Theologie und Philosophie in Leuven und Tübingen, lebt in Kranenburg bei Kleve. Promotion, Habilitation. Seit 2010 Ordinarius für Politische Philosophie und Kulturphilosophie; langjähriger Direktor des »Zentrums für Ethik« an der Universität Nijmegen/Niederlande. Gastprofessor an der Hochschule für Kunsttherapie in Nürtingen/Baden-Württemberg. Publikationen u.a.:  »Ästhetische Güte« (1990), »ars moriendi« (2007), »Gotteslästerung« (2007) Kunst. Religion. Versuch über ein prekäres Verhältnis, Tübingen 2014 

Die Erfindung

Das Bild zeigt Gedichte von Eva Christina Zeller und Bilder von Frido Hohberger.
Die Erfindung deiner Anwesenheit, Originalmaße 600 x 120 cm, Mischtechnik, 2014 (© Frido Hohberger und Eva Christina Zeller)

Lesewand mit Bildern von Frido Hohberger und Gedichten von Eva Christina Zeller

Am Anfang war das Bild? Am Anfang war das Wort? Ein Gespräch zwischen den Künsten. "Die Erfindung deiner Anwesenheit" heißt ein Gedichtband von Eva Christina Zeller. Sie erkundet darin die Ränder unseres Lebens. Wo gehen die Toten hin? Wie leben wir mit ihnen? Frido Hohberger hat diese poetischen Texte in seine ganz eigene Bildsprache transponiert. 40 Bilder nehmen 20 Poeme auf, sie erläutern einander, spiegeln sich, es entstehen Synästhesien und eine neue Dimension der Wahrnehmung: Worte formen sich zu Gedichten, Gedichte kann man sehen, Bilder kann man lesen in dieser Bildwand. In einem anderen Bildtextzyklus geht es um die poetische Resonanz und ihre malerische Umsetzung des Sprechgitters im Kloster Pfullingen. Die beredte Stille wird sichtbar und die Sprache der Jahrhunderte wird lesbar. Es entsteht ein imaginärer Bildraum, den man betreten und in dem man herumgehen kann.

Vernissage

Sonntag, 19. April 2015, 11 Uhr im Café Heuss. Information und Anmeldung zum Mittagessen im Tagungssekretariat.

98

habe heute zeitungen gebündelt

mit grauer paketschnur

reißfestigkeit bis 31 kg

ein schnürknäuel ohne aufschrift und namen

die damals umschlang deinen schönen

großen zeh

der hervorlugte mit dem zettel und deinem

namen

unter dem leichentuch als würde er nicht

vergehen

die schnur verrottend aus hanf oder jute

wie dankbar ich bin der schnur die dich umfing

noch umfing als du schon auf dem weg warst

hinunter immer hinunter

(Gedicht aus: Eva Christina Zeller, "Die Erfindung deiner Anwesenheit", Klöpfer & Meyer Verlag, Tübingen 2012.)

Zur den Personen:

Eva Christina ZellerLyrikerin und Theaterautorin, lebt in Tübingen. Für ihre Gedichte erhielt sie u. a. den Thaddäus-Troll-Preis, das Esslinger Bahnwärterstipendium und sie war Gast der Akademie Schloss Solitude. Im Klöpfer & Meyer Verlag erschienen mehrere Gedichtbände, zuletzt "Die Erfindung deiner Anwesenheit," 2012. 2014 erhielt sie das Venedig-Stipendium des Kulturstaatsministeriums.

Frido HohbergerStudium an der Kunstakademie Stuttgart bei Prof. Rudolf Haegele, seit 1995 Leiter des Zeicheninstituts der Universität Tübingen, Mitglied der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft, Mitglied des Tübinger Künstlerbundes, lebt und arbeitet in Tübingen.

Zwei Scheiben, Fotografie von Zita Ritter
© Fotografie von Zita Ritter

Boller Bußtag der Künste

Studierende der Kunstakademie Stuttgart entwerfen einen Raum der Stille

Im Entwurfsstadium befindet sich der diesjährige Boller Bußtag der Künste. Seit Februar arbeiten Studierende der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste an Beiträgen für einen künstlerischen Wettbewerb, die beim Boller Bußtag zu sehen sein werden. Sie werden  von Prof. Thomas Bechinger, Claudia Heinzler und Angelika Weingardt betreut. Die Entwürfe entstehen im Rahmen eines von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ulm ausgeschriebenen Wettbewerbs für den Raum der Stille im dortigen Haus der Begegnung. Die Ausschreibung erfolgt als Kooperationsprojekt mit dem Lehrstuhl für Glasgestaltung und Malerei der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Die Wettbewerbsaufgabe

Der in seiner ursprünglichen Erscheinung noch erlebbare Raum auf rechteckigem Grundriss mit vier Jochen und gotischen Kreuzgewölben ist eine ehemalige Seitenkapelle, angebaut südlich am Chor der einstigen Dominikanerkirche. Zur Umnutzung nach dem Wiederaufbau in den 1970-er Jahren wurde der Raum geteilt und der östliche Abschnitt zunächst als Büro verwendet. Der westliche Teil ist durch eine Zwischenwand abgetrennt. Entsprechend dem damaligen Gestaltungskonzept wurden die vorhandenen, heute als »profan« empfundenen, mehrfach untergliederten Fenster mit Holzrahmen eingebracht. Von der historischen spätgotischen Ausstattung ist auf der Nordwand noch eine stark restaurierte Malerei erhalten. 

Der Raum soll künftig für Andachten, Meditation in kleinen Gruppen und gelegentlich für Gesprächsrunden genutzt werden. In seiner Atmosphäre und Gesamtwirkung soll er aufgewertet werden. Als erste Maßnahme ist die künstlerische Gestaltung der beiden Fenster vorgesehen.

Eingeladen zu diesem Wettbewerb sind sechs Studierende der Klasse von Prof. Thomas Bechinger: Lukas Ludwig, Johanna Markert, Kristina Mehlhaff, Zita Ritter, Claudia Storch und Max Wetter. Die Auseinandersetzung mit dem Raum: seiner Architektur, der besonderen Lichtsituation, aber auch der Nutzung ist wesentlicher Teil der Aufgabe.

Die künstlerische Glasmalerei hat eine lange und wichtige Tradition an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart (»Stuttgarter Glas«). In der von Claudia Heinzler und Angelika Weingardt betreuten Glaswerkstatt werden sowohl traditionelle wie neuere Techniken angeboten: Malerei mit Glasschmelzfarben und Bleiverglasung, Sandstrahlen, Siebdruck, Fusing-Techniken u.a.

Boller Bußtag der Künste in Kooperation mit dem Verein Kirche und Kunst, 19. November, 16:00 Uhr

Dauer der Ausstellung

19. November 2014 bis Mitte Januar 2015
Leitung: Susanne Wolf, Tagungsnummer: 530614