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Sprit sparen und Klima schützen

Wieviel kann man sparen?

Die Autofahrer stöhnen: Benzin und Diesel werden immer teurer. Wie man den Geldbeutel schont und zugleich der Umwelt etwas Gutes tut, verraten die folgenden Tipps. 35 bis 40 Prozent Sprit kann man damit sparen. Wer das eigene Fahrverhalten als Einsparquelle entdeckt , "zahlt" - bezogen auf die zurückgelegten Kilometer - für den Liter Benzin statt 1,30 € nur noch rund 0,80 €.

Seit Jahren bietet die Evangelische Akademie Bad Boll zusammen mit der Stuttgarter Fahrschule ecodrive Kurse für effizientes Fahren. Die Spartipps sind also praktisch erprobt.

 

  • Zivildienstleistende sind oft viel auf Achse. Bei einem Kurs in Bad Boll lernten Sie, den Durchschnittsverbrauch erheblich zu senken. Hier die Ergebnisse von Eingangs- und Ausgangstest auf gleicher Strecke:

 

  Auto  vorher nachher 
  VW Lupo  6,6 3, 6 
  Opel Corsa  7,4 3,3 
  Renault Clio  7,6  3,8 
     

 

  • Taxifahrer, die zu Kursbeginn sehr skeptisch waren, erwiesen sich nach der Schulung als wahre Sparkünstler. Es wurden mit einem Ford Mondeo 37 Prozent, mit einem E200D 40 Prozent, mit einem Saab 43 Prozent Reduktion erzielt. Im Schnitt verbesserten sich die Taxifahrer um 38 Prozent und waren dabei 18 % schneller als beim Eingangstest. Würde ein Taxifahrer sich diesen neuen Stil im Alltag voll zu eigen machen, würde er bei 100.000 km ca. 3000 € sparen

  • Selbst LKW und Busfahrer können sparen, z.B. ein 40 Tonner bis zu 6 Liter pro Betriebstunde!

 

Effizientes Fahren, wie geht das?

Die Grundregeln sind:

 

  • Pumpen Sie soviel Luft in den Reifen, wie der Reifenhersteller empfiehlt! Die Angaben zum empfohlenen Reifendruck stehen als kpa direkt auf dem Reifen. Dies verkürzt den Bremsweg, erhöht die Sicherheit, verlängert die Lebensdauer der Reifen und spart 0,5 bis 1 Liter auf 100 km. Bei Mittelklassefahrzeugen kann man je nach Reifen den Druck von 2,5 bis 3.5 bar erhöhen. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Reifenhändler.

  • Motoranlassen im letzten Moment - nach Sitzeinstellung, Anschnallen etc.

  • Starten ohne Gas und - sofern man nicht am Berg steht - auch kein Gas geben, im 1. Gang - einfach Kupplung kommen lassen.

  • So oft es geht: Motor aus! Pro Minute Leerlauf, z. B. vor der Ampel oder im Stau, entsteht eine Abgasmenge von 591 Litern, die sich auch bei sehr kurzen Motorstops (1-2 Sekunden) reduziert: 100 km "stop and go" Fahrt ohne Motorstop 27,43 Liter, mit Motorstop nur 7,56 l(MB100D).

  • Fahren mit hoher Last und niedrigen Drehzahlen. Der Verbrauch ist umso höher je niedriger der Gang (siehe Tabelle). Deshalb: So schnell wie möglich die Gänge 1-4 zu durchschalten, um - auch bei 35 km - im 5. Gang niedertourig und lärmarm dahin zu gleiten. Orientierung an der Leerlaufdrehzahl, diese nicht unterschreiten! In den nächst höheren Gang schalten kann man schon ab 1200 - 1500 Umdrehungen.

 

 

  • Vorausschauend fahren. Nicht mehr beschleunigen, wenn vor einem die Ampel auf Rot springt. Die Schubabschaltung nutzen, ausrollen und möglichst das Stehen vermeiden (Anfahren aus dem Stand verbraucht am meisten Sprit).

 

  • Wer dazu noch auf die Mitnahme unnötiger Lasten im Auto verzichtet, die vorhandenen elektrischen Verbraucher sparsam nutzt, seine Fahrtroute optimiert, Fahrgemeinschaften bildet oder bei Kurzstrecken (33 Prozent aller täglichen Autofahrten sind unter 3 km) auf Füße oder Fahrrad umsteigt, kann noch mehr für Geldbeutel und Umwelt tun.

 

Fürs erste sollten diese Tipps genügen. Sie können keinen Kurs ersetzen, der hilft, die alte - und oft noch heute in der Fahrschule vermittelte - Fahrweise zu verlernen.

Was nutzt es der Umwelt?

Billiger Sprit verführt zur gedankenlosen und verschwenderischen Nutzung, macht politisch von den Ölförderländern abhängig und belastet das Klima. Die Ökosteuer ist derzeit mit nicht mehr als 9 Cent am Endpreis beteiligt und begünstigt überdies die Rentenkassen. Der Autoverkehr verursacht weltweit ein Drittel der Kohlendioxidemissionen, die zu den Klimaveränderung beitragen. Außerdem ist es volkswirtschaftlich sinnvoll, importiertes Erdöl (40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland) durch know how und neue Technik teilweise zu ersetzen, weil es bei unveränderten Verbrauchsmustern nur noch für 30 - 40 Jahre reicht.

 

Was halten Sie von unseren Tipps? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und ihre Fragen (eMail: jobst.kraus kein spam @ kein spam ev-akademie-boll.de) oder besuchen Sie unsere Tagungen - nicht nur zum Spritsparen.

 

Gute Fahrt - nach Bad Boll oder anderswohin!

Mehr Infos

Spritsparkurs des baden-württembergischen Umweltministeriums

 

Tipps zum spritsparenden Autofahren

Hier finden Sie eine Liste mit den wichtigsten und interessantesten Links zu Tipps und Informationen zum Thema Spritsparen

 

 
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