02.12.09
Aus Anlass der Kopenhagen-Konferenz mahnt Akademie-Studienleiter Jobst Kraus zum sparsamen Umgang mit Energie und gibt Anregungen, die jeder anwenden kann
Wenige Tage vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen setzen sich immer mehr Menschen in Deutschland für den Klimaschutz ein. Während man in der Politik taktiert und zögert, gibt es vor und während des UN-Gipfels rund 200 Aktionen, mit denen sich verschiedene Vereine, Organisationen und engagierte Bürger für ein ehrgeiziges Abkommen stark machen.
Die Klima-Allianz wird den Klimaaktionstag am 5. Dezember nutzen, um an die Bundeskanzlerin und an die Staatengemeinschaft zu appellieren. Die Folgen des Klimawandels spüren die Armen in den Entwicklungsländern schon jetzt deutlich. Eine ungebremste globale Erwärmung führt in die Klimakatastrophe. Der Anstieg muss deutlich unter 2° C bleiben.
Dafür braucht es weltweit eine Energiewende und die Umsetzung klimafreundlicher Entwicklungswege. Die Industrieländer haben eine doppelte Verantwortung. Einerseits braucht es konsequenten Klimaschutz und drastische Emissionsreduzierung im eigenen Land. Als Hauptverursacher des Klimawandels haben sie außerdem eine historische Verantwortung gegenüber den Entwicklungsländern, da sie deren Entwicklungschancen stark beeinträchtigt haben.
Klimaschutz, nachhaltige Entwicklung und globale Gerechtigkeit gehören zusammen und bedingen sich wechselseitig. Die Kirchen und der EED setzen sich ein für Klimagerechtigkeit und für eine Politik, die diese Einsichten umsetzt, und engagieren sich in der Klima-Allianz, einem breiten Bündnis aus umwelt- und entwicklungspolitischen Organisationen, Kirchen und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren.
Was Sie in diesen Tagen tun können:
- unterzeichnen Sie den Appell www.countdowntocopenhagen.de
- In Gottesdiensten und kirchlichen Veranstaltungen die Herausforderung Klimawandel ansprechen - unter www.eed.de finden sich auch praktische Materialien für die kirchliche Bildungs-arbeit.
- In Kooperation mit dem örtlichen Handwerk Energiesparlampen und Energiespargeräte(abschaltbare Steckerleisten und Steckdosen) nach den Veranstaltungen verkaufen, einen Powermonitor zur Messung der Geräte und heimlichen Energie-Verbraucher anschaffen und an Gemeindeglieder ausleihen – und über die Erfahrungen berichten.
- Das Energiemanagement und gegebenenfalls die Energiesanierung kirchlicher Liegenschaften in Angriff nehmen.
- Machen Sie mit bei »Tut dem Klima gut«, kommen Sie der eigenen Klimabelastung auf die Spur und steigen sie gegebenenfalls in eine eigene Klima-Kultur ein. Siehe auch www.kirchentag.de/sparer und die dortige Broschüre zum Downloaden
- Fahren Sie Sprit sparend - hier finden Sie Tipps aus den Spritsparkursender Akademie - oder/und versuchen sie weniger Fleisch, Wurst, Käse und Butter zu essen, erleben Sie, dass Produkte aus ökologischer Produktion besser schmecken – und tauschen sie sich über die gemachten Erfahrungen mit anderen aus.
- Lesen Sie die Kurzfassung oder das sehr lesenswerte Buch der Studie »Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt« (www.zukunftsfaehiges-deutschland.de dort finden sie auch interessante Materialien und Kurzfilme)
- Seien Sie eine kritische VerbraucherIn, fragen Sie nach der Klimaverträglichkeit der Produkte, die Sie kaufen und wenn Sie Geld anlegen wollen, können Sie auch Mitglied in der Ökumenischen Energiegenossenschaft werden.

Jobst Kraus ist in der Evangelischen Akademie Bad Boll für den Arbeitsschwerpunkt »Umweltpolitik und nachhaltige Entwicklung« zuständig



