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04.03.10

Dreimal beten?

Studienleiter Wolfgang Wagner macht sich stark für »informatives Beten« für Menschrechte und gegen Folter

Mit dieser ironischen Überschrift versah der Rheinische Merkur (Nr.7 vom 18.2.2010) einen Kommentar  von Benjamin Lassiwe zu den mittlerweile drei Gedenktagen für bedrängte und verfolgte Christen. Der vergangene Sonntag „Reminscere“ ist von der EKD-Synode als solcher beschlossen worden.  Doch: Hat man am 28. Februar 2010 in irgendwelchen Gottesdiensten etwas davon gehört?  In der Stiftskirche Tü-bingen, die manche für den wichtigsten Predigtplatz Württembergs halten, jedenfalls nicht. Dabei war sogar im offiziellen  Predigttext von den Bedrängnissen der Christen die Rede. Doch auch in den Abkündigungen oder Gebeten war Fehlanzeige.

Nun hat die Württembergische Landeskirche 2007 sich der katholischen Praxis angeschlossen, den Gedenktag des ersten christlichen Märtyrers Stephanus am 26. Dezember zu nutzen. Doch wer will am 2. Weihnachtstag von den Schrecknissen dieser Welt hören, zumal die Pfarrerinnen und Pfarrer genügend Kraft brauchen, um nach all den Festgottesdiensten sich und die Gemeinde noch einmal zu motivieren. Meistens gibt es am 2. Weihnachtsfeiertag nur noch musikalische Gottesdienste.

Bleibt die Evangelische  Allianz, der Dachverband der Evangelikalen, denen man neidlos zugestehen muss, dass sie unverdrossen zu Beginn des Monats November einen Gebetstag halten. Nicht jeder freut sich allerdings über die oft einseitige Auswahl der Themen.
Ein gemeinsames Datum gibt es also nicht. Viele progressive und liberale Christen finden ohnehin, dass man sich lieber am Tag der Menschenrechte am 10.  Dezember engagieren sollte, da es schließlich nicht allein um die Christen gehen könne. Sie engagieren sich das ganze Jahr für Amnesty International oder Human Rights Watch, um nur diese beiden zu nennen. Nur selten jedoch wie auf Kirchentagen wird diese verdienstvolle Arbeit liturgisch begleitet und vertieft.

Da bietet sich nun die Initiative „Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter“  (ACAT) an, die ergänzend zu anderen die Menschenrechtsarbeit  in den Kirchen verankern möchte, indem nicht  nur Appelle , sondern auch Gebetsvorschläge verschickt werden. „Informatives Beten“ war schon in den Zeiten des Politischen Nachtgebets und der diversen Schalom-Gottesdienste ein Anliegen.

Die Passionswochen sind  sicher eine sehr passende  Zeit, um diese Initiative aufzunehmen. Dreimal be-ten – warum nicht auch öfter? Ein größerer Horizont in unseren Kirchen  könnte nicht schaden.
Wolfgang Wagner

Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter e.V.
Postfach 1114, 59331 Lüdinghausen, Tel.: 02591-7533
www.acat-deutschland.de, E-mail: acat.eV kein spam @ kein spam t-online.de


 

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