Rückblick

Landesminister Peter Friedrich und Roland Bleinroth (r.) Geschäftsführer der Messe Stuttgart
Landesminister Peter Friedrich und Roland Bleinroth (r.) Geschäftsführer der Messe Stuttgart

Der Auftakt für die landesweite Aktion fand am Samstag, 14. April 2012, auf der Messe „Fair Handeln“ in Stuttgart statt. Mehr als 350 Bürgerinnen und Bürger diskutierten mit Landesminister Peter Friedrich über die Zukunft der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit des Landes. Die Veranstaltung markierte den Beginn des Bürgerdialogs "Welt:Bürger gefragt!" Die Evangelische Akademie Bad Boll moderierte den Prozess, bei dem bis September 2012 Bürger, Initiativen, Verbände und Organisationen ihre Vorstellungen und Anregungen für eine neue entwicklungspolitische Leitlinie des Landes einbringen konnten.

ABSCHLUSS-VERANSTALTUNG

Mit einer Abschluss-Veranstaltung im Stuttgarter Landtag endete am 18. September 2012 die Initiative  "Welt:Bürger gefragt!" der Landesregierung. 1.500 Bürgerinnen und Bürger hatten sich seit dem Start im Frühjahr an dem Dialogprozess, den die Evangelische Akademie BAd boll organisierte und moderierte, zur Entwicklungspolitik beteiligt.

„Die heutige Abschlusskonferenz ist der Höhepunkt eines intensiven entwicklungspolitischen Dialogprozesses. Wir hatten Anfang des Jahres alle Bürgerinnen und Bürger, die sich in der Entwicklungspolitik engagieren, dazu aufgerufen, ihren Sachverstand, ihre Erfahrungen und Vorstellungen einzubringen. Aus diesen vielen Anregungen hat nun ein Expertengremium einen Vorschlag für die neuen entwicklungspolitischen Leitlinien des Landes formuliert. Als Initiator dieses entwicklungspolitischen Bürgerdialogs bedanke ich mich bei allen, die sich daran konstruktiv beteiligt haben. Wir haben von den Akteuren wichtige Impulse bekommen, die wir nun aufgreifen, stimmig umsetzen und gemeinsam mit Leben erfüllen“, so Europaminister Peter Friedrich in Stuttgart.

Landesbischof: Ergebnisse in die Tat umsetzen

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July ergänzte: „Der Dialog ist gut – jetzt gilt es, dessen Ergebnisse in unserem reichen Land in nachweisbares Regierungshandeln zu übersetzen.“

Das Bild zeigt eine Frau, die eine Moderationskarte an eine Wand pinnt.
© Weltbürger

Breite Beteiligung am Dialogprozess

Neben über 1.500 Bürgerinnen und Bürgern beteiligten sich auch mehr als 120 Verbände, viele Abgeordnete und alle Ministerien des Landes. „Eine derart breite, dynamische und direkte Mitsprache der Bürgerinnen und Bürger hat es in der deutschen Entwicklungspolitik bislang noch nicht gegeben. Dabei ist eine breite entwicklungspolitische Koalition entstanden - einhellig getragen von den demokratisch gewählten Delegierten aus den Bürgerkonferenzen. Mit dieser Koalition sind wir bei der Vernetzung der entwicklungspolitischen Akteure, dem ersten großen Anliegen des Dialogs, ein großes Stück vorangekommen. Die vielen Vorschläge und Ideen, Kooperationen und Projekte, die auf den Veranstaltungen entstanden sind, belegen dies.“

"Entwicklungspolitik ist eine Gemeinschaftsaufgabe"

Minister Friedrich betonte abschließend, dass Entwicklungspolitik in Baden-Württemberg eine Gemeinschaftsaufgabe sei, die vor allem vom effizienten und professionellen Engagement der zivilgesellschaftlichen Organisationen, der Bürgerinnen und Bürger getragen werde: „Eine angemessene Mitsprache ist dabei unverzichtbar. Staatliche Mittel sollen dieses Engagement unterstützen und fördern, nicht ersetzen.“

Die Initiative „Welt:Bürger gefragt“

In zwölf Bürgerkonferenzen und Themengesprächen im ganzen Land diskutierten seit April 2012 mehr als 1.500 Bürger ihre Ideen und Vorschläge für die Entwicklungszusammenarbeit mit Minister Peter Friedrich und anderen Vertretern der Landesregierung. 120 Verbände und Organisationen reichten Stellungnahmen ein.

Zu jeder Veranstaltung gehörten  Workshops, in denen Positionen und Anregungen gesammelt wurden. Der Bürger-Dialog wurde von der evangelischen Akademie Bad Boll moderiert. Ein Fachbeirat mit entwicklungspolitischen Experten begleitete den Prozess, wertete Ergebnisse aus und erarbeitete daraus einen Vorschlag für neue entwicklungspolitische Leitlinien des Landes. Die Vorschläge gehen nun in das Regierungshandeln und in die weiteren parlamentarischen Beratungen in den Fraktionen des Landtags ein.