Schlichtblicke von Hannelore Fehse

Albhäuser von Hannelore Fehse

Hannelore Fehse arbeitet mit starken Kontrasten. An eine hell beleuchtete Wand lässt sie eine unbeleuchtete Mauer grenzen. Eine strahlend weiße Fassade stützt ein Dach, dunkel wie bei Nacht. Die Künstlerin macht sich frei von konkreten Lichtverhältnissen, sie verlässt die Bedingtheit des Augenblicks und schafft sich ihre eigene Zeit. Darin taucht das Gebäude auf wie aus der Erinnerung. Vermutlich ist es deswegen so still.

Zwischen den Polen Zeichnung und Malerei bewegt sie sich deutlich bei der Malerei, mit einem kräftigen Zug ins Grafische. Sie schafft ein konstruktives Gerüst, legt die Umrisse fest und weitet die Flächen. Sie entfernt den Tiefenraum und löst die Volumen auf. Mittels Positiv-Negativ-Effekten verwandelt sie manches Anwesen in eine Art architektonisches Bildzeichen.

Reduzieren heißt nicht nur etwas weglassen, es bedeutet auch vom Individuellen zum Allgemeinen zu gehen. Fehses Bilder enthalten beides – das Individuelle wie das Generelle. Während sich in den Gemeinden an fast jedem Haus Unterschiedliches ablesen lässt, werden sie in den Gemälden ein Stück ortsunspezifisch.  Indem Baum und Straße, Horizont und Umgebung entfernt werden, nimmt die Künstlerin ihnen das Einmalige. Dafür zeigt sich das typische, das regional Charakteristische.

Man darf Hannelore Fehses  eine malende Chronistin nennen. Was sie ins Bild bannt, das ist dabei zu entschwinden, vielerorts hat es sich fast ganz zurückgezogen. Die Künstlerin rückt es noch einmal uns Bewusstsein. Sie schwankt dabei zwischen der Hoffnung, dass such auch uns die Maßstäblichkeit dieser Gebäude und Dörfer als etwas Schönes und Erhaltenswertes mitteilt, und der Ahnung, dass es zu spät ist. Sie schwankt zwischen dem, was sie sehen kann, und dem, was sie sehen muss.

Uwe Degreif, 2012, aus: Albhäuser von Hannelore Fehse, Katalog zur Ausstellung „Einfach schön – Albhäuser“ in Ulm, 9.9.-5.10.2012

Vernissage: 
Sonntag, 23. September 2018, 15:00 Uhr im Café Heuss
Leitung: Prof. Dr. Hans-Ulrich Gehring (Ev. Akademie Bad Boll)
Information: Doris Korn, Tel. 07164 79-307
Dauer der Ausstellung: 23. September bis 11. November 2018

Biografie Hannelore Fehse

  • geboren in der Uckermark
  • Studium der Germanistik
  • Geschichte und Philosophie Lehrtätigkeit an Gymnasien           
  • 1986 Umzug von Darmstadt auf die Schwäbische Alb
  • 1988 -1992 Freie Kunstschule Zürich
  • Seit 1980 Weiterbildung im Bereich Bildende Kunst
  • Seit 1984 Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen
  • Lebt und arbeitet in Deggingen/Filstal

Öffnungszeiten

montags bis freitags
9-18 Uhr
An Feiertagen und am Wochenende auf Anfrage
(Telefon 07164 79-100)

Kontakt

Doris Korn

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Tagungssekretariat

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Tel.: 07164 79-307

E-Mail an: Hans-Ulrich Gehring

Tel.: 07164 79-218