Rote Karte für Ladenöffnung am Sonntag

Arbeitswelt-Organisationen der Kirchen fordern "sonntags frei" auch während der WM

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Die Evangelische und Katholische Betriebsseelsorge in Württemberg, der evangelische "Kirchliche Dienst in der Arbeitwelt" (KDA) und die "Katholische Arbeitnehmer-Bewegung" (KAB) bedauern, dass aus Anlass der Fußballweltmeisterschaft die Ladenöffnungszeiten an Werk- und Sonntagen erweitert werden sollen. Ihrer Meinung nach steht diese Erweiterung rechtlich auf wackligen Beinen. Nach Paragraf 23 des Ladenschlussgesetzes seien Ausnahmen am Sonntag nur im Einzelfall erlaubt, nämlich, wenn diese in erheblich öffentlichem Interesse geboten erscheinen. Die Begründung der Landesregierung, man wolle das Bundesland bei der WM "weltoffen und besucherfreundlich" präsentieren, reiche dafür nicht aus.

Die kirchlichen Organisationen betrachten das Vorgehen mit Sorge, denn die erweiterten Ladenöffnungszeiten während der Fußballweltmeisterschaft könnten als Trainingsphase für eine grundsätzliche Erweiterung verstanden werden.

Die für die Fragen der Arbeitswelt zuständigen Personen und Organisationen beider Kirchen bezweifeln die ökonomische Logik der sonntäglichen Ladenöffnung. Längere Ladenöffnungszeiten brächten weder zusätzlichen Umsatz noch neue Arbeitsplätze, wohl aber eine immense Belastung des Verkaufpersonals. Gleichzeitig riskiere man ein weiteres Ladensterben in den Innenstädten. Kleine Handelshäuser und Fachgeschäfte könnten die Kosten längerer Öffnungszeiten gar nicht tragen. Ihre Umsatzanteile würden noch mehr als bereits geschehen von den großen Handelsketten weggeschnappt.

Darüber hinaus werde einer weiteren Kommerzialisierung in der Gesellschaft Tür und Tor geöffnet. Den im Handel Beschäftigten, davon 2/3 Frauen, werde es damit noch schwererer gemacht gemeinsame Zeit mit Familienangehörigen und Freunden zu finden.

Die Verantwortlichen beider Kirchen raten hingegen den Freunden aus aller Welt zu demonstrieren, dass der arbeitsfreie Sonntag eine Errungenschaft der christlich abendländischen Kultur und die Arbeitnehmerschutzrechte ein hohes und bewahrenswertes Gut sind, die das soziale und familiäre Zusammenleben in einer Gesellschaft fördern und stärken.

Der KDA ist der Fachdienst der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für Fragen der Wirtschaft und Arbeitswelt. Dieser Fachdienst ist der Evangelischen Akademie Bad Boll angegliedert und mit Industrie- und Sozialpfarrämtern in Reutlingen, Stuttgart, Heilbronn und Ulm präsent.

Rückfragen: Jens Junginger, Tel.: 07121 - 16 17 71

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