Projekt „Ausbildung interkultureller Lotsen in zwei Landesverbänden“

Eine gesunde Gesellschaft ist dynamisch und selbstbewusst. Das Nebeneinander verschiedener Traditionen und Wertvorstellungen bereichert sie, stellt sie aber auch vor  Herausforderungen. Die enorme Migration der vergangenen Jahre stellt uns alle vor die Aufgabe, Geflüchtete und Migranten in hiesige Aktivitäten und Strukturen miteinzubeziehen. Eine Grundvoraussetzung für ein wohlwollendes Miteinander und für die Akzeptanz von bestehenden Regeln und Ordnungsvorstellungen ist die Bereitschaft zum interkulturellen Lernen auf beiden Seiten.

Hier setzt das Programm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesinnenministeriums an, das von der Bundeszentrale für politische Bildung koordiniert wird. Darin erproben bundesweit knapp 20 Modellprojekte innerhalb von zwei Jahren die Einbettung interkultureller Kompetenzen in Hilfsorganisationen, Wohlfahrts-, Sport- und Naturschutzverbände. Die Akademie beteiligt sich an diesem Programm mit zwei Tandempartnern, den baden-württembergischen Landesverbänden der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Es handelt sich dabei um das einzige Modellprojekt in Verbindung mit einem Naturschutzverband.

Über ihre vereinssatzungsgemäßen Aufgaben, vor allem aber in ihrer täglichen Arbeit begegnen die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden beider Verbände vermehrt Migranten. Das Modellprojekt will ihnen Hilfestellung leisten, indem ausgewählte Multiplikatoren zu „interkulturellen Lotsen“ ausgebildet werden. Sie sollen bei NABU und JUH für eine nachhaltige Verankerung interkultureller Kompetenzen sorgen und ihre Kollegen und Kolleginnen für den Alltag rüsten: Welche kulturellen Besonderheiten sollte ich berücksichtigen, wenn ich zu einem Kranken komme? Welche Vorstellungen haben wir von der Rolle von Angehörigen, von Frauen und Männern, von Menschen mit Behinderungen? Wie kann ich dazu beitragen, dass Nachhaltigkeit selbstverständlich zu unserer Lebensweise hinzugehört? Wie lassen sich Geflüchtete am besten in die Ortsgruppenarbeit integrieren? Wie gelingt Gemeinschaft, ohne die eigene kulturelle Identität aufzugeben, wie können wir von unseren Unterschieden profitieren? Was können JUH und NABU voneinander lernen?

Auf diesen kulturellen Lernprozess werden die Teilnehmer modular vorbereitet: Auf ein Basismodul folgen eine begleitete Anwendungsphase und ein reflektierendes Abschlussmodul.

Zielgruppe:

Ehren-, neben- und hauptamtliche Mitarbeiter von JUH und NABU, die in ihren Verbänden als Multiplikatoren fungieren können.

Kosten

Die Kosten für die Module inklusive Übernachtungen und Verpflegung werden vom Projekt übernommen. 

Die Anmeldungsmodalitäten erfragen Sie bitte über das Tagungssekretariat.

Kontakt

Karin Walz

Karin Walz

Tagungssekretariat

E-Mail an: Karin Walz

Tel.: 07164 79-402

Thomas Haas

Dr. Thomas Haas

Studien- und Projektleiter

E-Mail an: Thomas Haas

Tel.: 07164 79-396