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13. Mai 2026

Wohnarmut als soziale und gesellschaftliche Herausforderung

Lesezeit: 3 min.

evangelische-akademie-bad-boll-tagungsbericht-wohnen-und-armut-2026-c-g-fehrmann© G. Fehrmann, DiCVRS

Bezahlbarer Wohnraum wird für immer mehr Familien zur kaum überwindbaren Hürde. Besonders Haushalte mit geringen Einkommen geraten auf angespannten Wohnungsmärkten zunehmend unter Druck: Wohnungssuche bedeutet für sie oft jahrelange Unsicherheit, prekäre Übergangslösungen und nicht selten den Verbleib in Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe. Fachverbände und Studien weisen seit Jahren darauf hin, dass sich diese Entwicklung auch in Baden-Württemberg weiter verschärft – mit weitreichenden Folgen für Teilhabe, Bildung und Gesundheit, insbesondere von Kindern.

Wohnarmut ist gleichermaßen Wirtschaftsbremse und tickende Zeitbombe für unsere Demokratie

Auf der Tagung „Wohnen und Armut. Perspektiven für Familien“ in der Evangelischen Akademie Bad Boll am 8. Mai 2026 wurden insbesondere Situationen prekärer Familien in den Blick genommen. Warum? Familien und Alleinerziehende sind mittlerweile die größte Gruppe derer, die in Baden-Württemberg von Wohnarmut und Wohnungslosigkeit betroffen sind. Immer mehr Familien und damit viele Kinder verbleiben immer länger in den Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe – mit allen Folgen für Teilhabe, Bildung und Gesundheit.

Die letzte Folge „IMPULSE der IBA“ hat als Signal am Ende der Tagungsreihe ein drängendes Wohnungsthema der Region aufgegriffen: Gemeinsam mit den engagierten Expert*innen und Teilnehmenden wurden Lösungswege aufgezeigt und Maßnahmen vorgestellt, wie Menschen in prekären Wohnungssituationen zu helfen ist:

  • Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher berichtet u. a. vom neuen Bürgerfonds der Stadt, der auf eine verlässliche und dauerhafte Unterstützung für hilfsbedürftige Menschen ausgelegt ist.

  • Matthias Günther vom Pestel Institut weiß um die Wirksamkeit der „großen Lösung“ und schlägt statt der Gründung einer Bundeswohnungsgesellschaft den Kauf des größten deutschen Wohnungsunternehmens vor. Ziel: das Angebot an Sozialwohnungen auf einem verlässlichen Niveau zu halten.

  • Heiner Heizmann, Leiter Sozialpolitik im Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart, fordert einen massiven Aufwuchs der Sozialwohnungen im Land, längere Bindungsfristen und besondere Belegrechte für armutsbetroffene Familien.

  • Ellen Eichhorn-Wenz, Fachleiterin Solidarität im Caritasverband DiCVRS, und Dr. Alexandra Klein vom Landesfamilienrat Baden-Württemberg weisen auf die Bedeutung der verlässlichen Betreuung der Familien hin – Sozialträger als Vermittler und Mietgeber spielen eine enorm wichtige Rolle.

  • Architekt Van Bo Le-Mentzel zeigt die räumlichen Möglichkeiten von Bestandswohnungen auf und setzt sich für mehr Integration statt Segregation von Menschen in prekären Lebenssituationen ein.

  • Götz Kanzleiter, Diakonisches Werk Württemberg e. V., fokussierte sich auf die Kirche als Wohnungsgeber und stellte erste Projekte vor.

Außerdem mit dabei: eine Vielzahl mutmachender und beispielhafter Projekte sowie pragmatischer Lösungen.

Fazit: Jede Initiative zählt, jede Aktivierung des Wohnungsbestandes zählt, jeder Neubau zählt. Wie und mit wem das gehen kann? Verfolgen Sie unser Programm weiter …


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