11.06. - 12.06.2026, Präsenzveranstaltung, Institut für Auslandsbeziehungen

Alle satt und alles gerecht verteilt? Ressourcengerechtigkeit in Amazonien, Ernährungssicherheit in den Anden

- was uns das angeht.


©BfdW

Europa blickt auf Lateinamerika vermehrt als Rohstofflieferanten. Doch wie lassen sich Wohlstand und Ausbeutung miteinander vereinbaren? Die Tagung geht der Frage der Existenz- und Ernährungssicherung vor Ort nach und untersucht mögliche Lösungsansätze für mehr Ressourcengerechtigkeit. Wir berücksichtigen dabei Friedensbildungsprozesse in den teils von Konflikten geprägten Ländern.

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Thema

Lateinamerika steht verstärkt im Blickfeld der europäischen Rohstoffpolitik. Auf eine einfache Formel gebracht: Die EU verkauft dank angestrebter Abkommen wie dem Mercosur-Handelsvertrag fertige Produkte, während die lateinamerikanischen Staaten im Gegenzug Rohstoffe exportieren. Die Folge: Natur und Menschen werden ausgebeutet, um Lebensmittel für uns herzustellen. Indigenen und der Landbevölkerung drohen durch Waldrodungen für Weide- und Anbauflächen der Entzug ihrer Lebensgrundlage. Mit dem vieldiskutierten Mercosur-Abkommen, das durch den Wegfall des Großteils der Zölle die größte Freihandelszone der Welt schaffen soll, verfolgt die EU auch geostrategische Ziele: Sie will sich aus der Abhängigkeit von den USA und China lösen. Zeitgleich beobachten wir, wie die USA Völkerrechtsbrüche in Kauf nehmen und zu einer Politik zurückkehren, die Lateinamerika als ihren „Hinterhof“ degradiert, um ihre Zugänge zu Rohstoffen zu sichern und davon zu profitieren – mit nicht absehbaren Folgen für die Region und für uns in Europa.
 
Angesichts dieser Bedrohungen für Lateinamerika von außen, ist die Landfrage wieder von höchster Aktualität. Inwieweit erhöht sich der De-Industrialisierungsdruck, und was bedeuten die Handelsabkommen für die kleinbäuerliche Landwirtschaft, die u.a. in Bolivien mit rund 80% der zentrale Pfeiler der Ernährungssicherung sind?
Wir diskutieren, inwieweit die Staaten Lateinamerikas ihre wirtschaftliche Existenz und Ernährungssouveränität gewährleisten, und wie faire Handelsbeziehungen aussehen können. Dabei berücksichtigen wir Friedensbildungsprozesse in den von Konflikten geprägten Ländern Mexiko und Kolumbien.

Programm

Donnerstag, 11. Juni 2026

17:30

Ankommen

18:00

Begrüßung

Dr. Carola Hausotter
Camila Andrea Rodríguez Reyes
Patricia Illanes-Wilhelm

18:15

Podiumsdiskussion
Ernährungssicherheit als Spielball internationaler Handelspolitik?

Mercosur und die Folgen -
Welchen Einfluss hat internationale Handelspolitik auf das Konzept Ernährungssouveränität?
Mercosur und die Folgen -
Welchen Einfluss hat internationale Handelspolitik auf das Konzept Ernährungssouveränität?
Francisco Mari

20:00

Fingerfood

21:00

Ende

Freitag, 12. Juni 2026

09:15

Musikalische Begrüßung und Einführung in die Thematik

Oscar Choque

09:30

Impuls

10:15

Podiumsdiskussion
Unsichere Weltlage - staatliches Agieren nach Innen - Umgang mit Konflikten & Chancen für Konflikttransformation

Prof. Dr. Eva Youkhana
Mauricio Salazar
Agieren in unsicheren Zeiten:
Umgang mit Konflikten & Chancen für Konflikttransformation am Beispiel von Kolumbien und Mexiko

11:45

Ausklang des Vormittags mit Musik und fair gehandelten Bananen

12:00

Mittagspause

13:15

Workshops

14:45

Pause

15:15

Ergebnisse aus den Workshops

Ergebnisse aus den Workshops

15:45

Podiumsdiskussion
Alle satt und alles gerecht verteilt?
Konkrete Ansätze für Ernährungs- und Rohstoffgerechtigkeit

Alle satt und alles gerecht verteilt?
Konkrete Ansätze für Ernährungs- und Rohstoffgerechtigkeit
Minister Peter Hauk, MdL
Prof. Dr. Eva Youkhana
Francisco Mari
Felix Roll

17:15

Ende


Workshops

Workshop Nr. 1:

Was ist genug? Diskussion der Ergebnisse der Rohstoffstudie des DEAB bezogen auf LateinamerikaModeration: Martina Merklinger, Welthaus Stuttgart

Felix Roll

Workshop Nr. 2:

Ernährungssouveränität am Beispiel von Peru und BolivienModeration: Patricia Illanes-Wilhelm

Francisco Mari
Oscar Choque

Workshop Nr. 3:

Friedliches Miteinander ist möglich - Lösungsansätze für Umweltkonflikte in KolumbienModeration: Camila Rodrigúez, DEAB

Dr. Carolina Tobón Ramírez
Julian Villa-Turek

Referierende

Leitung

Dr. Carola Hausotter Dr. Carola Hausotter
Studienleiterin

Prof. Dr. Andrés Musacchio Prof. Dr. Andrés Musacchio
Studienleiter

Referenten / Mitwirkende

Oscar Choque
Fachpromotor für Rohstoffe, Umwelt, Klima und Entwicklung, Ayni Verein für Ressourcengerechtigkeit e.V., Dresden

Martina Fürstenberger
Stuttgart

Minister Peter Hauk, MdL
Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz BW, Stuttgart

Patricia Illanes-Wilhelm
Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) e.V., Stuttgart

Francisco Mari
Brot für die Welt, Referent Welternährung, Agrarhandel und Meerespolitik, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung, Berlin

Dr. Martina Merklinger
Geschäftsführung, Welthaus Stuttgart e.V., Stuttgart
www.welthaus-stuttgart.de

Camila Andrea Rodríguez Reyes
Bildungsreferentin Handy-Aktion Baden-Württemberg, Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) e.V., Stuttgart

Felix Roll
Eine Welt Fachpromotor für faires und zukunftfähiges Wirtschaften, Werkstatt Ökonomie e.V., Werkstatt Ökonomie e.V., Heidelberg

Mauricio Salazar
Mexiko Stadt

Dr. Carolina Tobón Ramírez
Universität Bonn, Bonn

Julian Villa-Turek
Ko-Koordinator “Nodo Alemania de apoyo al legado de la CEV Colombia” ("Ehrenamtliche Versöhnungsarbeit zu Kolumbien"), Berlin

Prof. Dr. Eva Youkhana
Universität Bonn, Bonn

Weitere Infos

Tagungsnummer

430426

Anmeldeschluss

11.06.2026

Zielgruppen

an Entwicklungspolitik Interessierte, Multiplikator*innen, Kirchengemeinden

Veranstalter

Evangelische Akademie Bad Boll

Ort

Institut für Auslandsbeziehungen
Charlottenplatz 17
70173 Stuttgart

Preis pro Person

Ihre Teilnahme ist kostenfrei.

Geschäftsbedingungen siehe: : www.ev-akademie-boll.de/agb

Bundeszentrale für politische Bildung

Der Dachverband Evangelische Akademien in Deutschland e. V. (EAD) ist ein anerkannter Träger der bpb. Der Unterträger Evangelische Akademie Bad Boll ist Mitglied der EAD.

Schwerpunkttagung

  • Digitalisierung
    Künstliche Intelligenz für den Menschen gestalten.

Themengebiete

  • Gesellschaft, Staat, Recht
  • Internationale Politik, Europa

Kontakt

Lisa Karle

Tagungsorganisatorin

E-Mail an: lisa.karle@ev-akademie-boll.de

Tel.: 07164 79-269

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Anmeldeschluss: 11.06.2026

Kontakt

Carola Hausotter

Dr. Carola Hausotter

Studienleiterin

E-Mail an: Carola Hausotter

Tel.: 07164 79-239

Andrés Musacchio

E-Mail an: Andrés Musacchio

Tel.: 07164-79-288

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