Landeskirche verabschiedet Joachim L. Beck

Landesbischof würdigt Arbeit des scheidenden Akademie-Direktors

Landesbischof Frank Otfried July

Bad Boll – Mit einer Feierstunde in der Evangelischen Akademie Bad Boll hat die evangelische Landeskirche am Sonntag, 30. September den Akademie-Direktor Joachim L. Beck aus seinem Amt verabschiedet. Vor rund 250 Gästen im Akademie-Restaurant würdigte Landesbischof Frank Otfried July seine Arbeit auch in schwierigen Zeiten und lobte ihn als klugen und umsichtigen Brückenbauer zwischen Menschen und Meinungen.

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Joachim L. Beck verlässt die Evangelische Akademie nach 18 Jahren. Er begann als Studienleiter für Medizinethik und seit 2004 ist er geschäftsführender Direktor. Beck übernimmt nach einem dreimonatigen Kontaktstudium in Heidelberg die Leitung der Fortbildung für Gemeinde und Diakonie in Stuttgart-Birkach, wo er die Aus- und Fortbildung für Frauen und Männer im Diakonat, Pfarramtssekretärinnen, Mesner und Kirchenpfleger organisiert. „Diese Akademie ist vital. Diese Akademie ist jung, 20 Prozent unserer Gäste sind unter 25 Jahre“, sagte der Theologe in seiner Abschiedsrede. Die jüngst in der Akademie behandelten Themen wie der Kampf gegen sexuellen Missbrauch, der Amoklauf von Winnenden, Inklusion oder direkte Demokratie zeigten, dass die Akademie zu gesellschaftlich wichtigen Debatten beitrage. „Diese Akademie wird weiter anstößig sein“, so Beck.

July: "Akademie ist und bleibt unverzichtbar"
Darauf setzt auch Landesbischof Frank Otfried July: „Akademie helfen Landeskirchen, sich zu unterbrechen. Das gefällt den Landeskirchen nicht immer, ist aber notwendig.“ Die Kirche dürfe sich nicht in sich selbst zurückziehen, sondern müsse in die Gesellschaft hineinwirken. „Das Evangelium ruft in die Öffentlichkeit“, so July. Die Akademiearbeit sei in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs wichtig, um Themen wie Bildung, Nachhaltigkeit, Bioethik und den Dialog zwischen den Religionen im Lichte des Evangeliums zu beleuchten und zu diskutieren. „Diese Akademie ist und bleibt unverzichtbar, sie steht für Transparenz und Durchsicht der Kirche.“

Weyel: Neben Ortsgemeinde viele Formen von Kirche
Prof. Dr. Birgit Weyel hatte zuvor die Rolle der Kirche und ihre öffentliche Verantwortung beleuchtet. „Die Akademiearbeit der evangelischen Kirche in Deutschland steht für das gesellschaftspolitische Handeln der Kirchen. Die Akademie Bad Boll ist die weit über Württemberg, ja über Deutschland hinausstrahlende Erfinderin dieses Akademiegedankens.“  Auf die aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen müsse Kirche reagieren. Neben die Ortsgemeinde seien viele weitere Formen von Kirche getreten. Es böten sich viele Gelegenheiten, Menschen zu erreichen - ob am Arbeitsplatz, beim Sport oder im Internet. „Es wäre wichtig, diese faktische Vielfalt anzuerkennen“, sagte Weyel. „Kirche in der Öffentlichkeit heißt heute mehr denn je, zu argumentieren und auf autoritäre Deutungen zu verzichten.“

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Stepanek: Becks Amtszeit ist Erfolgsgeschichte
Auf die Sparvorgaben und Kürzungen in der Amtszeit Becks als Akademiedirektor ging Werner Stepanek, Vorsitzender des Kuratoriums der Evangelischen Akademie Bad Boll ein. „Die Sparvorgaben Landeskirche blieben nicht ohne Spuren bei der Akademie und bei Joachim Beck“ sagte Stepanek. Seit Amtsantritt Becks im Jahr 2004 mussten 28 Stellen in der Akademie gestrichen werden. Stepanek lobte den scheidenden Akademiedirektor für sein Krisenmanagement in dieser Zeit: „Deine Amtszeit ist eine Erfolgsgeschichte für diese Akademie“.

Wolff: Evangelische Akademie ein Plus für den Landkreis

Der Göppinger Landrat Edgar Wolff bedauerte den Abschied Becks. Die Akademie sei für den Landkreis ein wichtiger Kooperationspartner und strahle als bundesweit renommierter Tagungsort über die Region hinaus. „Es ist eine Freude, die älteste Evangelische Akademie Deutschlands im Landkreis zu haben“, sagte Wolff.
Kaiser: "Dieses Haus ist ein Schatz für die Landeskirche"
Die Bedeutung und Strahlkraft der Akademie Bad Boll unterstrich auch Dr. Klaus-Dieter Kaiser, stellvertretender Vorsitzender des Zusammenschlusses der Evangelischen Akademie in Deutschland (EAD). „Mit diesem Haus hat die Landeskirche in Württemberg einen Schatz, den es zu bewahren und zu nutzen gilt, denn man stellt sein Licht ja auch nicht einfach unter den Scheffel“, sagte Kaiser.
Betriebsklima der Wertschätzung
Für die Mitarbeitendenvertretung der Akademie bedankte sich Studienleiterin Susanne Meyder-Nolte bei Beck. Trotz der schwierigen Debatten um Kürzungen und Stellenabbau habe er für ein Betriebsklima gestanden, in dem Mitarbeitende Wertschätzung erfahren hätten, „mit Fürsorge für den Einzelnen, ohne den Blick aufs Ganze zu verlieren.“

Kommissarische Leitung der Akademie
Ab dem 1. Oktober 2012 übernimmt Studienleiter Dr. Günter Renz die kommissarische Leitung der Akademie. Das Auswahlverfahren für einen neuen Akademiedirektor läuft.

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Reinhard Becker

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