Ein gelungener Auftakt des Jubiläumsjahres

Neujahrsempfang 2020

Die Evangelische Akademie Bad Boll feiert in diesem Jahr ihr 75jähriges Bestehen. Am 12. Januar startete das Jubiläumsjahr mit dem Neujahrsempfang. Festredner Professor Dr. Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler aus Tübingen, begeisterte 150 Gäste mit seinem Vortrag „Fakt und Fake. Meinungsbildung im digitalen Zeitalter“.

„Gäbe es das Format einer Akademie nicht, müsste man es heute erfinden“, so Akademiedirektor Professor Dr. Jörg Hübner in seiner Begrüßungsrede des Neujahrsempfangs 2020. Er sprach über aktuelle gesellschaftliche Veränderungen wie Klimawandel, Automobilkrise sowie steigende Kirchenaustritte. Angesichts dieser Veränderungsprozesse betonte er besonders die Notwendigkeit des Dialoges und den dafür notwendigen Raum. Er verdeutlichte einmal mehr den Auftrag der Akademie als Dialogförderer und Brückenbauer: „Durch die 75 Jahre hindurch ging es immer um eines an der Evangelischen Akademie Bad Boll: um den Dialog, um das Gespräch, um den achtsamen Diskurs.“ Dieser Dialog-Charakter, diese Brücken-Idee der Akademiearbeit, das Ringen um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft wolle die Akademie in der herausfordernden Zeit der 2020er Jahre fortsetzen, so der Akademiedirektor.

Medienwissenschaftler fordert redaktionelle Gesellschaft

Medienwissenschaftler Professor Dr. Bernhard Pörksen pflichtete Hübner darin bei, dass eine Institution wie die Evangelische Akademie Bad Boll als „Diskurs- und Dialogkraftwerk“ eine wichtige Position einnimmt in einer Zeit, die den Dialog besonders benötigt. In seinem Festvortrag sprach der bekannte Medienwissenschaftler der Tübinger Universität über „Fakt und Fake. Meinungsbildung im digitalen Zeitalter“. Er äußerte verschiedene Thesen zu Gründen, die die heutige Meinungsbildung der Menschen beeinflussen: Beispielsweise gebe es einen Konflikt zwischen Geschwindigkeit und Richtigkeit. Jeder wird durch Twitter und Co. zum Informationslieferanten. Es gibt Informationen im Überfluss – „Informationskonfetti“ wie es Pörksen nennt. Die Herausforderung besteht darin, das Relevante vom Interessanten abzugrenzen. Dies wird allerdings dadurch erschwert, dass die modernen Techniken es letztlich jedem ermöglichen, Informationen zu verfälschen, Bilder zu manipulieren etc. Für Pörksen gibt es angesichts dieser vielseitigen Einflussnahme auf das Meinungsbild des Menschen nur eine Lösung: Bildung. Sein Appell: „Wir müssen zur redaktionellen Gesellschaft werden“. Als Orientierung könnten die Leitlinien des guten Journalismus dienen: höre beide Seiten an, prüfe erst, publiziere dann, sei skeptisch. Der Medienwissenschaftler schlägt zudem vor, ein Schulfach zum Erlernen der Medienmündigkeit einzuführen, er fordert den etablierten Journalismus dazu auf, seinen Beitrag entsprechend zu leisten und plädiert für eine Regulierung der Medienmassen.

Vielseitiges Jubiläumsprogramm

Im Anschluss an den packenden und anregenden Vortrag Pörksens gaben Akademiedirektor Jörg Hübner und Stellvertreterin Monika Appmann einen Ausblick auf das Jubiläumsprogramm im Verlauf des Jahres. Ein besonderes Highlight wird unter anderem der Festakt am 27. September sein, zu dem sich bereits Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble, Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July angekündigt haben. Darüber hinaus ist das Jahr 2020 geprägt von besonderen Angeboten wie Kunstausstellungen, außergewöhnlichen Tagungsformaten, die sich u.a. mit der Vergangenheit sowie der Zukunft der Akademie beschäftigen, und weiteren Events.

Ab Ende Januar findet sich auf der Webseite der Evangelischen Akademie ein interaktiver Einblick in die Akademiegeschichte, der Videos, Bilder, Texte, Grafiken, Audios und interaktive Elemente zu einem spannenden, multimedialen Erlebnis verknüpft. Miriam Kaufmann, Pressereferentin der Akademie, stellte im Rahmen des Neujahrsempfangs dieses interaktive Format vor und nahm die Gäste mit auf einen Zeitreise in die Anfangsjahrzehnte der Akademie.

Abschließend nutzte Professor Hübner den festlichen Rahmen des Neujahrsempfangs, um dem scheidenden Kuratoriumsvorstand Werner Stepanek den Dank der Akademie für seine langjährige Unterstützung und seinen Zuspruch auszusprechen. Den passenden musikalischen Bogen – von der Vergangenheit mit dem Altmeister Bach bis zur Gegenwart mit Musik von Lee Hyla – spannten der Saxophonist Christian Segmehl und Heinrich Treydte an der Bassklarinette.

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