„An solch einem Quatsch will ich mich nicht beteiligen"

Europaabgeordneter Thomas Mann (CDU) kritisiert Spekulationen über Griechenland

Thomas Mann im Europaparlament. Foto: mann-europa.de

Bad Boll - Der stellvertretende Vorsitzende des Sozialausschusses des Europaparlaments Thomas Mann hat  Spekulationen über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone kritisiert. Ein solcher Schritt berge unkalkulierbare Risiken für die Stabilität des europäischen Wirtschaftsraums: „An solch einem Quatsch will ich mich nicht beteiligen.“ Er mahnte, die sozialen Folgen der Wirtschaftskrise stärker in den Blick zu nehmen. Mann diskutierte Ende  Juli auf der Tagung „Vertrauen in der Geldwirtschaft“ in der Evangelischen Akademie Bad Boll.
 
Zuvor hatte der Wirtschaftswissenschaftler Dirk Solte für eine stärkere Regulierung des Finanzmarktes geworben: „Wir brauchen eine Rückkehr zur Ordnungspolitik.“ Sollte setzte sich für eine produktbezogene Besteuerung des Finanzmarktes ein. Es sei notwendig, die Kreditfähigkeit des Systems wieder herzustellen.

Geordnete Insolvenz von Staaten ermöglichen
Der Wirtschaftswissenschaftler Siegfried Franke warb dafür, ein international anerkanntes System zu entwickeln, das die geordnete Insolvenz eines Staates möglich macht. Von diesem Weg verspreche er sich mehr als von der Rettung bankrotter Länder durch Rettungsschirme. Außerdem sollten Banken nach den Geschäftsfeldern Kredite und Investment getrennt werden, damit das Geld normaler Sparer nicht für hochriskante Spekulationen eingesetzt werden könne. Ohne diese Trennung bestehe die Gefahr, dass die Europäische Union pleitegehe.

Zerschlagung von Großbanklen löst Probleme nicht
Die gegenteilige Auffassung vertrat Hans-Joachim Strüder, Vorstandsmitglied der Landesbank Baden-Württemberg. Angesichts der zunehmenden Globalisierung brauchten Großunternehmen und Konzerne immer größere, international agierende Banken. Die Zerschlagung von Großbanken könne die Probleme nicht lösen.

Ökologische und soziale Verantwortung der Banken
Frank Diegel, Vorstandsmitglied der Evangelischen Kreditgenossenschaft, einer der größten Genossenschaftsbanken, setzte sich für eine stärkere ethische Ausrichtung der Geldwirtschaft ein. Die Banken hätten neben der ökonomischen immer auch eine soziale und ökologische Verantwortung.

Der Finanzdezernent der Landeskirche in Württemberg, Oberkirchenrat Martin Kastrup, warnte vor einem Schwarz-Weiß-Denken bei der Geldanlage. Man lebe in einer «Welt der Grautöne», in der man sich von fragwürdigen Investitionen nicht vollständig fernhalten könne. Die Kirche habe bei ihren Investments die Aufgabe, einerseits ethische Kriterien zu berücksichtigen, andererseits ihr Geld so anzulegen, dass sie ihre Aufgaben erfüllen könne. mehr

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