„Frieden nicht nur den Politikern überlassen“

Bei einer Tagung über die Herausforderungen der europäischen Zivilgesellschaft diskutierten vergangenes Wochenende 40 Teilnehmende und Referierende.

Tagungsplenum mit Dr. Ute Finckh-Krämer und MEP Barbara Lochbihler vorne im Plenum (von li. n. re.). Foto: c Mauricio Salazar

Europa ist einer der wichtigsten Akteure zur Einhaltung des globalen Friedens. Mit dieser Grundüberzeugung haben am vergangenen Wochenende in der Evangelischen Akademie Bad Boll Referierende aus Kroatien, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich und Deutschland die Frage diskutiert, welche Rolle die europäische Zivilgesellschaft spielen kann, um die europäischen Friedensvisionen angesichts des in vielen Ländern erstarkenden Nationalismus noch zu retten.

„Die Europäische Union gilt als Ausdruck einer gelungenen Friedensgemeinschaft. Ehemalige Feindschaften wurden durch eine Partnerschaft im weitesten Sinn mit wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen ersetzt“, sagte Maurizio Salazar, Studienleiter in Bad Boll. Heute jedoch stehe die EU vor vielen Herausforderungen in einer komplexen veränderten Sicherheitsarchitektur.
Auch außerhalb Europas scheinen sich die Krisen schneller zu entwickeln als die Fähigkeiten der Staatengemeinschaft zum Krisenmanagement. Entsprechend waren bei der Tagung die Analyse der Krisen und die unterschiedlichen Instrumentarien, die zu einem friedenslogischen Krisenmanagement notwendig sind, Gegenstand der Diskussion. So versucht die EU zum einen, durch Aufrüstung und die Stärkung einer Sicherheitslogik, die mit der massiven Erhöhung der Militärkosten verbunden ist, auf die neuen Sicherheitsherausforderungen zu reagieren. Andererseits schüren Terrorismus und eine unkontrollierte Migration Ängste und lassen populistische Stimmen gegen „das Friedensprojekt“ Europa wachsen.

Einigkeit herrschte bei den Tagungsteilnehmenden, dass Migration und die Fluchtproblematik nicht über den Ausbau der Sicherheitsmittel zur Sicherung der europäischen Außengrenzen sowie die militärische Unterstützung von autoritären Regimen, die die Menschenrechte systematisch verletzen, geregelt werden sollen. Vielmehr müssen die zivile Prävention und der Aufbau von neuen Strukturen weiterhin auf der Basis einer Friedenslogik gestärkt werden.

„Zivile Konfliktbearbeitung wirkt sowohl innenpolitisch als auch zwischenstaatlich gewaltmindernd und friedensfördernd“, sagte Ute Finckh-Krämer von der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, und betonte, wie wichtig der Beitrag der europäischen Zivilgesellschaften für den Erhalt und die Fortentwicklung des europäischen Friedensprojekts sei. „Frieden ist zu wichtig, um ihn allein den politisch Mächtigen zu überlassen“, sagte Finckh-Krämer.
Die Europa-Abgeordnete Barbara Lochbihler unterstützte die kritischen Stimmen, die sich gegen die Aufrüstung Europas als Garant für Sicherheit aussprechen und betonte die Wichtigkeit, an den Europawahlen als ein erster Schritt zur Gestaltung Europas teilzunehmen.

Einen ausführlichen Bericht von der Plattform Zivile Konfliktbewältigung fínden Sie hier.

Programm: https://www.ev-akademie-boll.de//tagungen/details/430219.pdf

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