„Großer Lehrer der Kirche“

Tagung zu Ehren von Jürgen Moltmann

© Giacinto Carlucci

Der bedeutende Theologe Professor Jürgen Moltmann ist in diesem Jahr 95 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Jubiläums versammelte die Evangelische Akademie Bad Boll im Rahmen der Tagung „Theologie im Gespräch“ (22.-24.10.2021) Freund_innen und Weggefährt_innen zu einem Symposium. Beiträge und Grußworte von nah und fern, Gespräche und Workshops zu verschiedenen aktuellen Herausforderungen für Theologie und Gesellschaft mündeten in einen abschließenden Gottesdienst mit festlichem Empfang. Der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Dr. Bedford-Strohm, Landesbischof Dr. h.c. Frank Otfried July und viele andere Gäste und Referent_innen haben die Veranstaltung bereichert:

epd – Als einen „großen Lehrer der Kirche“ hat der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm den Theologen Jürgen Moltmann bezeichnet. Durch ihn habe viel Segen in der weltweiten Kirche und in der Gesellschaft gewirkt, sagte er am Sonntag in einem Grußwort zum Abschluss einer Tagung anlässlich des 95. Geburtstag von Jürgen Moltmann in der Evangelischen Akademie in Bad Boll.

Moltmann spreche in seinem neuen Buch auch von der christlichen Auferstehungshoffnung und dem Leben in einer zukünftigen Welt. Diese Hoffnung mache Feinde zu Mitmenschen und verwandle Verdammung in Barmherzigkeit, sagte der bayerische Landesbischof auf der Tagung in seiner Predigt.

Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, sagte in seinem Grußwort, Moltmanns Buch „Theologie der Hoffnung“ habe seit seinem Erscheinen im Jahr 1964 unzählige Theologinnen und Theologen und auch ihn geprägt. „Mitten in dieser so erschreckend friedlosen, unerlösten Welt immer weiter auf die Hoffnung und die endliche Erlösung zu vertrauen, ist Ihr großer Dienst auch für die Kirche gewesen - und bleibt es.“ Der stärkste, noch immer uneingelöste Impuls von Moltmanns Theologie für die Kirche sei die Bewahrung der Schöpfung.

Die Dekanin der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen, Birgit Weyel, sagte, es sei ein großes Glück und für den Tübinger Standort „eine theologiegeschichtliche Weichenstellung“, dass Moltmann über Jahrzehnte in Tübingen gelehrt habe – ein Theologe der 17-mal die Ehrendoktorwürde aus der ganzen Welt empfangen habe. Überall auf der Welt werde man auf Jürgen Moltmann angesprochen, sagte die Dekanin.

Jürgen Moltmann ist einer der bekanntesten evangelischen Theologen des 20. Jahrhunderts. Seine 1964 erschienene „Theologie der Hoffnung“ wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und hat Theologen weltweit beeinflusst. Moltmann wurde am 8. April 1926 in Hamburg geboren. Er war mit der feministischen Theologin Elisabeth Moltmann-Wendel verheiratet, die 2016 starb.

Er lehrte von 1967 bis zur Emeritierung 1994 Systematische Theologie und Sozialethik an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Weitere bekannte Werke sind von ihm unter anderem „Der gekreuzigte Gott“ (1972) und „Kirche in der Kraft des Geistes“ (1975).

Unter dem Titel „Theologie im Gespräch“ fand in der Evangelischen Akademie Bad Boll von Freitag bis Sonntag eine Tagung zu Ehren Moltmanns statt. Anlass war sein 95. Geburtstag im April dieses Jahres. Die Tagung, bei der der Jubiliar anwesend war, wurde aus Pandemiegründen verschoben und fand deshalb erst jetzt statt.

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