Anschub für ein sparsames Auto

Automobilindustrie und Großkunden diskutieren in Bad Boll Kriterien für einen verbrauchsärmeren PKW

<p><em>Wie das sparsame Auto der Zukunft aussehen wird, ist noch nicht klar. Wo eine Optimierung ansetzen könnte allerdings schon.</em></p><p><h1>Zusatzinfos</h1>Abdruck honorarfrei. Bei Veröffentlichung Belegexemplar, bzw. Hinweis auf den Sendetermin erbeten!<br /><br />Dieser Text hat 3348 Anschläge (ohne Überschriften und Absätze); das entspricht etwa 83 Zeilen zu je 40 Anschlägen.</p>

»Von Marktmacht habe ich wenig gespürt« so äußerte sich zum Schluss der Tagung »Gelingt mit Marktmacht der Anschub für ein sparsames Auto?« (29./30. Okt.) ein Teilnehmer von Seiten der Automobilindustrie. Intension des Workshops im kleinen Kreis, zu dem die Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland, Greenpeace, das Umweltbundesamt und die Forschungsstelle der Evangelischen Studienstiftung eingeladen hatte, war eine wechselseitige Annäherung von Automobilindustrie einerseits und Großflottenbetreibern und Großkunden im PKW Bereich andererseits.

Während in den zurück liegenden Jahren sparsame PKWs wie der 3-Liter-Lupo und andere von Kundenseite zu wenig nachgefragt (und von der Automobilindustrie zu wenig positiv beworben) wurden, hat sich mit der Dringlichkeit und Notwendigkeit engagierten Klimaschutzes die Situation verändert. Die Automobilindustrie sucht nach Wegen aus der Klimafalle, nach Möglichkeiten der CO2-Reduktion. Deutlich wird, dass die Selbstverpflichtung, die Kohlendioxidemissionen bis 2008, bezogen auf die Flotte, auf maximal 140 g pro km zu begrenzen, nicht realisiert werden kann. Hier kommt nun der Großkundenseite eine besondere Verantwortung zu. Die Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen hat allein im letzten Jahr 4.000 VWs an kirchliche Mitarbeiter und kirchliche Einrichtungen vermakelt und möchte in Zukunft ihrer Geschäftspolitik nicht nur den billigen Preis zugrunde legen. Die Anfrage an die Automobilindustrie lautete, welche technischen Möglichkeiten des »Downsizings« zu welchen Preis es gibt, die Großkunden waren gebeten, Stellung zu beziehen, was sie an Komfort und Leistung für verzichtbar halten, um zu einer Verbrauchsabsenkung bei PKWs zu kommen. Anschauungsobjekte bei der Tagung waren sowohl ein 3-Liter-Auto, als auch vor allem der SmILE von Greenpeace (auf Basis eines Renaultfahrzeuges) mit 50 % weniger Verbrauch und ein vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenes Forschungsfahrzeug der RWTH Aachen, das seinen Verbrauch um etwa 30 % drosseln konnte.

Konsens der Tagung war unter anderem:

  • Im Interesse von Klimaschutz und Minimierung der auf die Lebensdauer bezogenen Betriebskosten eine Verstärkung der Nachfrage nach verbrauchsärmeren PKWs
  • Dass die von BMW auf den Markt gebrachten verbrauchsärmeren Modelle unter dem Slogan »Efficient Dynamics« und die BlueMotion Reihe von VW auf die gesamte Flotte ausgeweitet werden sollten
  • Dass es wünschenswert ist, die in den letzen Jahren immer höhere Motorisierung und stärkere Beschleunigung in eine Abwärtsbewegung zu überführen

In Ansätzen ergab sich eine Art Lastenheft eines verbrauchsarmen PKWs, auch wenn im eigentlichen Sinne eine Marktmachtbündelung nicht stattgefunden hat. Nun kommt es in Zukunft darauf an, dass die einzelnen Großkunden und Akteure mit dem Rückenwind der öffentlichen Diskussion verbrauchsärmere PKWs nachfragen, nicht nur im Interesse des Klimaschutzes, sondern auch im Interesse der Veränderung des global wirkenden Leitbildes individueller Motorisierung. Bei einer Bestellung von 4.000 Fahrzeugen durch die WKD könnten allein beim Kauf einer sparsameren Modellvariante und einer Verminderung um 20 % etwa 1,4 Millionen Euro an Sprit pro Jahr eingespart werden. In Zukunft wird versucht, in bilateralen wie gemeinsamen Gesprächen die Nachfrage nach verbrauchsarmen Fahrzeugen zu verstärken.

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Reinhard Becker

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