Baggerbiss für Bettenbau

Mit dem Abriss von Akademie-Altbauten startet das Projekt »Neues Gästehaus«

Jahrelang hat man in der Evangelischen Akademie Bad Boll auf diesen Moment gewartet, am Mittwoch (21. Mai 2008) war es endlich so weit: Der 40-Tonnen Bagger stieß ein kleines Rauchwölkchen aus dem Auspuff, knabberte einen Balkonvorsprung ab und biss dann kraftvoll ins Mauerwerk. Damit hat nun der Abbruch zweier Akademie-Gebäude begonnen, an deren Stelle ein neues Gästehaus entstehen soll.

Dem Neubau weichen müssen Park- und Südflügel der Tagungsstätte. In diesen aus den Fünfzigerjahren stammendenden Gebäudeteilen waren einfache Gästezimmer untergebracht, die aber längst nicht mehr gängigen Standards entsprachen. Insgesamt 60, jeweils mit Nasszelle ausgestattete Zimmer sind im geplanten zweistöckigen Neubau vorgesehen. Im Erdgeschoss des L-förmigen Flachdachgebäudes bleibt außerdem genügend Platz für eine Bibliothek und zwei Tagungsräume.

Schon seit Tagen wurden die Abbruch-Kandidaten entkernt und ausgebeint. Auch der Bagger geht fast behutsam mit dem »Sortier-Greifer« zu Werke, um Wertstoffe und Schutt voneinander zu trennen. Die Bauvorschriften verbieten Brachiallösungen mit der Abriss-Birne, auch wenn es der Akademieleitung nicht schnell genug gehen kann, bis die Mauern des neuen Gästehauses hochgezogen werden.

»Wir hoffen, dass der Rohbau bis Ende 2008 erstellt ist und wir den Neubau Ende 2009 in Betrieb nehmen können«, sagt Akademie-Geschäftsführer Achim Ganßloser. Bis dahin steht der Akademie nur ein begrenztes Bettenkontingent zur Verfügung, so dass Tagungsgäste zum Teil in umliegenden Hotels untergebracht werden müssen. Teilweise müssen Akademieveranstaltungen auch in andere Tagungsstätten verlegt werden.

Nicht nur deswegen hofft man in der Akademie auf einen schnellen Baufortschritt. »Moderne Gästezimmer sind eine Voraussetzung, um auf dem Tagungsmarkt überhaupt konkurrenzfähig zu bleiben und wirtschaftlich tragfähig arbeiten zu können«, weiß Geschäftsführer Ganßloser. Gleichwohl, erinnert er sich, sei es ein weiter und windungsreicher Weg von den ersten Projektplänen bis zum jetzigen Baggerbiss gewesen.

Bereits 1997 hatte man den Bedarf an neuen Zimmern signalisiert. Im Sommer 2004 sprach sich die Landessynode dann dafür aus, den »maroden Baubestand« zu erneuern. Wegen komplizierter Debatten über Verschiebungen im Immobilienbestand der Landeskirche hat es dann aber noch bis in den Herbst letzten Jahres gedauert, bis die Projektmittel in Höhe von 6,4 Millionen Euro in den Haushalt der Landeskirche eingestellt wurden. (-uw)

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