Längere Ladenöffnungszeiten ­begünstigen die Großen

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt kritisiert schleichende Monopolisierung

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Die Ankündigung des baden-württembergischen Sozialministers Andreas Renner, die Ladenschlusszeiten im Lande völlig frei zu geben und neue Regelungen an Sonn- und Feiertagen "ergebnisoffen" zu diskutieren, stößt beim Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Evangelischen Landeskirche (KDA) auf Kritik.

Beim KDA gibt es kein Verständnis für eine Abschaffung des Ladenschlussgesetzes. "Die Landesregierung riskiert das Aus für viele kleine Einzelhändler und den Verlust vieler Arbeitsplätze", erklärt der württembergische KDA-Vorsitzende Jens Junginger (Reutlingen). Kleinere Geschäfte könnten in einem Wettbewerb mit großen Warenhäusern und Handelsketten rund um die Uhr kostenmäßig nicht mithalten. Die beabsichtigte Liberalisierung sei deshalb eine indirekte Begünstigung der Großen und unterstütze eine schleichende Monopolisierung.

Bezweifelt wird seitens des KDA auch, dass durch längere Ladenöffnungszeiten mehr Umsatz gemacht oder gar der Konsum gesteigert werden könne. "Von ein paar Minijobs abgesehen werden dadurch auch keine Arbeitsplätze geschaffen", meint Jens Junginger, der den Vorschlag außerdem als familienfeindlich kritisiert. Die Aufhebung der bislang gültigen Ladenschlusszeiten bedeute, dass die Grenzen für gemeinsame, soziale Zeit immer enger werden. Und dann sie es auch zur Preisgabe des Sonntags nicht mehr weit.

Der KDA ist der Fachdienst der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für Fragen der Wirtschaft und Arbeitswelt. Dieser Fachdienst ist der Evangelischen Akademie Bad Boll angegliedert und mit Industrie- und Sozialpfarrämtern in Reutlingen, Stuttgart, Heilbronn und Ulm präsent.

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