Riesenstuhl als Klimaschutz-Skulptur

Kunst und Umwelt - ein neues Projekt der Evangelischen Akademie: Ein Stuhl scheint aus einem zwei Meter hohen Eichenstamm »herauszuwachsen«, und findet in Bälde seinen Platz im Akademiepark.

<p><em>Dass zur Möbelproduktion der Naturstoff Holz erforderlich ist, daran soll eine Stuhlskulptur erinnern, die in Bad Boll aus einem Eichenstamm herausgerabeitet wird.</em></p>

»Eichenstamm mit angedocktem Stuhl« ist eine weitere Installation der Akademie zum Thema »Lernen im Vorübergehen«. Das Projekt »Wert:Schöpfung« soll den Zusammenhang von Holz und Stuhl, von Möblierung und Wald versinnbildlichen, erklärt Jobst Kraus, Studienleiter für Umweltpolitik und nachhaltige Entwicklung an der Evangelischen Akademie .
Mit dieser Idee begeisterte Jobst Kraus den Möbeldesigner Marcus Brenner, Juniorchef einer Möbel-Schreinerei samt Einrichtungshaus in Bad Boll. Brenner entwarf den leicht überdimensionierten Stuhl und begann Anfang 2009 mit der Realisierung des Projekts, das im Frühjahr mit der Aufstellung im Akademiepark abgeschlossen sein wird.
Inzwischen haben der Bad Boller Förster und der Möbeldesigner eine kürzlich gefällte, 180 Jahre alte Eiche für das vom Stuttgarter Umweltministerium finanziell unterstützte Projekt ausgewählt. Ein geeignetes Stück von zwei Meter Länge wurde in die Schreinerei transportiert. An den halbierten Stamm wird ein handwerklich–maschinell gefertigtes Stuhlfragment – ebenfalls aus Bad Boller Eichenholz – angesetzt.
Mit Säge und Stemmeisen hat sich Brenner inzwischen ans Werk gemacht. Seine Schwester Kerstin, die Holz-Bildhauerei studiert, schnitzt das Übergangsstück, das aus dem Baum »herauswächst«. Auf einer korrodierten Eisenplatte befestigt, soll die »Wert:Schöpfung« ihren Standort im Akademiepark finden.
Der Stuhl soll neugierig machen, zum Nachdenken anregen und »im Vorübergehen« an die meist durch industrielle Massenproduktion verschwundene Nähe eines Möbelstücks zum Naturstoff Holz erinnern. »Ikea beispielsweise erntet Wälder in Sibirien und bringt von dort das Holz zur Weiterverarbeitung nach China«, erläutert Brenner. Hierzulande hergestellte Möbel sind teurer, aber auch besser verarbeitet und langlebiger.
Auch Jobst Kraus meint, es sei durchaus sinnvoll, regionale Holzmöbel zu erwerben, zu pflegen – und gegebenenfalls eines Tages zu vererben. »Kleiderschränke aus wenigen Teilen zusammengesetzt, überstehen beliebig viele Umzüge. Sie sind ererbte Werte und Beispiele für eine nachhaltige Wirtschaftsweise.« Außerdem, erläutert Jobst Kraus, trage die Holznutzung zum Klimaschutz bei, weil Bäume Kohlendioxid aufnehmen und Sauerstoff freisetzen. So sind auch Möbel langfristige Kohlendioxidspeicher, bis sie – wenn sie einmal ausgedient und verfeuert werden – das gespeicherte Kohlendioxid wieder abgeben.
»Wälder und alle Holzprodukte im Land speichern 2,9 Milliarden Tonnen Kohlendioxid – über das dreifache der jährlichen Kohlendioxidemissionen Deutschlands.« Umgerechnet auf das Projekt »Wert:Schöpfung« bedeute das, dass das 900 Kilogramm schwere Gesamtobjekt 1,6 Tonnen Kohlendioxid speichert«, rechnet Marcus Brenner vor.

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