Synode: Denkpause bei Kürzungen

Der Finanzausschuss soll die Auswirkungen beschlossener Sparauflagen - unter anderem auf die Arbeit der Evangelischen Akademie Bad Boll - überprüfen.

Wie auf einer Achterbahnfahrt fühlten sich die Akademie-Mitarbeitenden, die im Stuttgarter Hospitalhof die Beratungen der diesjährigen Herbstsynode (24.-26.11.08) verfolgten.
Finanzdezernent Martin Kastrup meldete in seiner Haushaltsrede Rekordeinnahmen bei den Kirchensteuern, die rund 60 Millionen über den veranschlagten Erwartungen liegen. Dennoch bleibt die Kirchenleitung bei ihrem Sparkurs. Denn mit dem Konjunktureinbruch sind mittelfristig auch rückläufige Kirchensteuer-Einnahmen zu befürchten.
Eine Mehrheit fand der Beschluss, die Auswirkungen der Kürzungen für die landeskirchlichen Arbeitsbereiche und Einrichtungen zu überprüfen. Federführend bei dieser Überprüfung soll der Finanzausschuss der Synode sein. Die Fachausschüsse »Kirche, Gesellschaft, Öffentlichkeit«, der »Theologische Ausschuss« sowie der »Ausschuss für Bildung und Jugend« sollen in die Beratungen einbezogen werden.
Bei diesen Beratungen wird zu prüfen sein, welche Folgen für die Kirche entstehen, wenn sie sich zum Beispiel aus den Bereichen Weltanschauungsfragen, Interreligiöser Dialog oder Nachhaltigkeit zu-rückzieht. Ebenso muss der Ausschuss bewerten, wie die Kürzungsvorhaben die Wirkmächtigkeit der Kirche in der Gesellschaft beeinflussen. In Blick auf die Akademie stellt sich die Frage, inwieweit sie bei einer weiteren Reduzierung ihres Budgets ihrem Auftrag und Anspruch noch gerecht werden kann.
Gegenstand der Überprüfung ist nicht das bereits 2003 von der Synode beschlossene Sparpaket, wonach die Akademie bis 2010 insgesamt 28 Stellen abbauen muss. Womit sich der Finanzausschuss jetzt befassen soll, sind die noch nicht mit konkreten Maßnahmen hinterlegten Kürzungsvolumina. Dies sind im Bildungsbereich der Landeskirche bis 2013 insgesamt 1,2 Millionen Euro. Auf die Akademie würden davon 400.000 Euro entfallen.
Diese Kürzungsauflage ist seit längerer Zeit zwischen Kirchenleitung und Akademie strittig. Auf der Synode verteilten Akademie-Mitarbeitende ein Positionspapier, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Akademie bereits »einen herausragenden Beitrag geleistet hat, rückläufige Kirchensteuereinnahmen durch ein engagiertes, weitreichendes und durchdachtes Sparkonzept zu kompensieren.« Damit habe sie »solidarisch und konstruktiv am Ziel einer nachhaltigen Konsolidierung des Haushalts der Landeskirche mitgewirkt.«
Weiter heißt es in dem Papier, dass die weitere Kürzungsauflage in Höhe von 400.000 Euro die Akademie »in ihrer Substanz und in der Qualität ihrer Arbeit« gefährde. Bei einem weiteren Stellenabbau stünde in Frage, ob die Akademie auch künftig Begegnungen organisieren könne, »bei denen glaubhaft wird, dass die Kirche nicht weghört bei den schwierigen gesellschaftlichen Fragen, die durch die Globalisierung, durch Umweltzerstörung, durch Armut und ungleiche Bildungschancen entstehen.« 

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