Weniger Fleisch auf dem Teller

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Bad Boll. Auf der Tagung „Tierschutz und Nachhaltigkeit. Wie wir künftig von und mit Tieren leben“ haben Tierärzte, Richterinnen, Landwirte, Tierpflegerinnen, Psychologen und im Tierschutz Engagierte vom 21. bis zum 23. März 2014 über neue Strategien im Tierschutz in der Evangelischen Akademie Bad Boll diskutiert. Die Referenten forderten einhellig eine Reduktion des Fleischkonsums. Damit wäre nicht nur dem Tierwohl gedient, auch die Belastung des Klimas durch das Treibhausgas Methan würde verringert. Zudem wäre es ein Beitrag zur weltweiten Ernährungssicherheit und zur Verminderung des Artensterbens.
Der Agrarwissenschaftler und Journalist Wilfried Bommert, Autor eines Buchs zum Thema Landgrabbing, macht deutlich, wie im Zuge der Finanzkrise mangels Alternativen Bodenbesitz zur Nahrungsmittelherstellung als Anlage attraktiv wurde. Der  Druck auf die verfügbaren Böden wachse nicht nur durch die steigende Weltbevölkerung, sondern auch durch die Produktion von Biosprit und -diesel sowie durch den steigenden Fleischkonsum in Schwellenländern. Während-dessen bliebe der Fleischkonsum in den Industrienationen hoch.
Kontrovers diskutierten die Teilnehmer, ob es in Deutschland einen klaren Trend zum Vegetarismus gibt. Obwohl einige Befragungen diesen Eindruck erweckten, hält der Trendforscher Eike Wenzel einen tatsächlichen Lebensstilwandel noch für kaum nachweisbar. Reinhart Kluge vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung sagte, dass von den derzeitigen 80 kg Fleisch pro Person und Jahr bis zum Vegetarismus noch »viel Luft nach unten« bleibe. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt rund 24 kg und maximal 31 kg pro Person. Auch die Zahlen des deutschen Viehbestandes sind enorm: 12,7 Mio. Rinder, 4,3 Mio. Milchkühe, 28 Mio. Schweine. Zur Fütterung werde nicht zuletzt Soja aus Südamerika verwendet, dessen Anbau dort direkt oder indirekt Druck auf den Regenwald ausübt.
Mit kaum einer Verhaltensänderung, so die Schlussfolgerung auf der Tagung, lassen sich so viele problematische Folgen verringern wie durch weniger Fleisch auf dem Teller.

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