Interreligiösen Dialog weiter stärken

© Evangelische Akademie Bad Boll, Simone Helmschrott

Wie wichtig der interreligiöse Dialog ist, haben nicht zuletzt die Anschläge von Paris gezeigt. Die Evangelische Akademie Bad Boll bietet bereits Tagungen zum Thema an, wie die Veranstaltung „Muslime und Mediation. Konfliktklärung im islamischen Kontext“ am vergangenen Wochenende (30.01.-01.02.15). Weitere Tagungen zum interreligiösen Dialog werden folgen. Eine gute Diskussionsgrundlage dazu bietet der Beitrag „Der Preis des Vergessens“ des Fachbereichsleiters Islamische Theologie und Religionspädagogik an der PH Freiburg, Abdel-Hakim Ourghi, der als Online-Text verfügbar ist und auch im SYM-Magazin in einer gekürzten Form erscheinen wird.

Mit ziviler Konfliktbearbeitung aus traditionell islamischer Perspektive haben sich 15 Teilnehmende am Wochenende (30.01./01.02.15) bei der Tagung „Muslime und Mediation“ in der Evangelischen Akademie Bad Boll beschäftigt. Der Begriff sulh bedeutet Versöhnung, und der Koran selbst mahnt zur Versöhnung in Streitfällen. Damit kommt zivilen Verfahren zur Konfliktbeilegung im islamischen Raum eine sehr hohe Bedeutung zu.

Die islamische Konfliktbearbeitung unterscheidet sich von der westlichen Herangehensweise, erklärte der Referent PD Dr. Hendrik Fenz: Im islamischen Kontext werden die betroffenen Personen nur selten direkt in das Verfahren einbezogen, vielmehr wird die gesamte Familie und das soziale Umfeld berücksichtigt. Darüber hinaus wird bei einem sulh-Verfahren weniger prozessorientiert gearbeitet; Ziel ist eine rasche Konfliktbeilegung und Einigung. Der Vermittler ist hier „master of the decision“, weniger ein „master of the process“. Wie die Erfahrungen der Teilnehmenden zeigten, liegt die Herausforderung oft in der interkulturellen Arbeit. Ein Vermittler muss sich seiner Rolle klar sein und gleichzeitig mit verschiedenen Erwartungen umgehen können.

Die Frage, welche Rolle solchen zivilen Ansätze spielen können und dürfen, die sich parallel zum staatlichen Recht etablieren, wurde auf der Tagung kontrovers diskutiert. Ist es eine Entlastung deutscher Gerichte oder wird vielmehr der Rechtsstaat unterlaufen? Hier braucht es weitere Diskussionen auf verschiedenen Ebenen, die gerade erst beginnen.  

Vom 13. bis 15. März 2015 findet in Bad Boll die Tagung „Hört das denn nie auf?! Altneuer Antisemitismus in Europa“ statt. Sie beschäftigt sich mit aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus und wirft Blicke in die Geschichte von judenfeindlichen Vorstellungen. Sie ruft aber auch die Quellen aus Christentum und Islam ins Bewusstsein, die diese alten Vorstellungen überwinden helfen. Dies geschieht im Dialog zwischen Christen, Juden und Vertretern von muslimischen Verbänden. Dr. Abdelmalek Hibaoui vom Zentrum für islamische Theologie der Universität Tübingen wird über das jahrhundertelange Zusammenleben von Juden und Muslimen in Marokko referieren.

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